Buch 
2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
Seite
85
JPEG-Download
 

85

schlagsschmarotzer die Bildung der einfachern Staubbrande, oft inder nämlichen Athcmhöhle, vorausgeht, so gewahrt man auch vordem Ansbruche der Warzen brande und der Schlitz brandeeinen Vorläufer derselben, der jedoch nicht in den nämlichen Athem-hvhlcn mit ihnen entsteht, sondern immer aus andern Spaltöff-nungen, in Form eines nach oben erweiterten oder verschmälertenCylinders hervortritt, worauf sein Balg in schmale südliche Fetzenbis znm Grunde sich anfschlizt, und die staubförmigen Sporen,vft fadenförmig aneinandergereiht, hervorbrechen*). Man findetdiesen bei allen Pflanzen sich ähnlich bleibenden Ausschlags-Pinselbrand (^eoillioluin kxniitfiemntlcum seltener zwi-

schen den Pusteln der andern Balgbrande zerstreut, sondern häu-figer nur gruppenweise entstehend und von den leztern kreisförmigumgeben 2 ); zuweilen ist er aber auch allein vorhanden, ohnedaß die eigentliche Balgbrandbildung nachfolgt.

Die Gattung der Schlitz brande (kosstelia) zeigt einenbedeutend größern und eigenthümlich gebauten, nach oben kegeligzulaufenden Balg, der bei der Reife in Längsritzen aufreißt, wo-bei seine südlichen Zipfel entweder an der Spitze vereinigt bleiben ^)vdcr sich trennen, und dadurch der Balg bald ein gegittcrtcs, baldein pinselförmigcS Ansehen erhält. Die Entstehung dieser Schma-rotzcrbildung ist ähnlich, wie bei den vorhergehenden, nur daß sichhier auch noch das Blattparenchym krankhaft verändert und einepvlsterförmige Unterlage bildet, die den Balg des Pilzes zumTheil auch noch auswärts umgibt, aber nicht als dem lezternselbst ungehörig betrachtet werden kann. Es scheint hier eineähnliche Afterbildnng in dem Zellgewebe des Blattes vorauszu-gehen, wie man sie bei der Entstehung der Blattfasern (S. 73)wahrnimmt. Besonders ist aus der hier beschriebenen Gattungder gegitterte Schlitz brand (Koe8teli» «aneallata /ie-e-rk.,^vvitiiur» tmiieaUatuin zu erwähnen, welcher vft in großer

Menge die Blätter der Birn- und Apfelbäume befällt, die dadurchkin krankbaftcs Ansehen erhalten.

Weniger bedeutend als Krankheitsprvdukt und unter den

') Unger, Sxanty. d. Pfl. 'H z, Nx. i«, 19. - P Das. k!x. 17.— P Nees v. Csenb. Syst. d. Pilze u. Schwämme, D»b. i,kiü- t, !» b.