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Eine besondere Anlage für Erzeugung von Ausschlagsschma-rohern zeigen Pflanzen mit zärtern, weichen, krautartigen Blät-tern; dagegen sind Pflanzen mit trocknen, lcderartigen, starrenBlättern, sowie die sehr saftigen Gewächse im Allgemeinen wenigerdazu geneigt. Es werden vorzüglich junge, grüne, vollsaftigePflanzen und die frischen Jahr«striebe von ausdauernden Pflan-zen davon befallen. Daher sieht man auch im Frühling, wo allePflanzentheile noch zart und mit Bildnngssast reichlich versehensind, die meisten Ausschlagsschmarotzer entstehen; ebenso werdendie untern, üppiger genährten Triebe, sowie Pflanzen, die auf nahr-haftem, stark gedüngtem Boden wachsen, am leichtesten davonbefallen. Der Rost entsteht auf lettigcm, stark gedüngtem Bo-den leichter, als auf magern Feldern; auch leidet das Wintergc-trcide mehr davon, weil es dem feuchten Herbste und Frühlingausgesezt ist.
Die wahren Ausschlagsschmarotzcr erscheinen nur an jenenPflanzen und Pflanzenthcilcn, die eine vollkommen organisirteOberhaut besitzen. Sie erzeugen sich nur an solchen Stellen, wodie Oberhaut mit Spaltöffnungen versehen ist. Da nun, wiewir wissen, die Spaltöffnungen vorzüglich zur Aushanchung derInst- und dunstförmigcn Stoffe, Behufs der Respiration undVerdauung bestimmt sind, so muß der Bildung der Ansschlags-schmarotzcr immer eine Hemmung der ausathmcnden und anshan- »
chenden Funktion zum Grunde liegen. Dadurch werden nichtnur großcntheils die überflüssigen, wässerigen Stoffe, sondern auchder zur Ausscheidung bestimmte Sauerstoff und Kohlenstoff zu-rückgehalten. Diese Stoffe drängen sich dcmungcachtet nach den.Stellen hin, wo sie im normalen Zustande in die Atmosphäreausgeschieden werden sollen, nämlich nach der Oberhaut und na-mentlich nach den Lufthvhlen unter den Spaltöffnungen, wo siesich anhäufen, und hier geht dann diese mit bildsamen Stoffenüberschwängerte Säftcmasse, immer noch nach außen strebend, zn-nachst guter den Spaltöffnungen in die Aftcrbildungcn über,welche durch ihren fortwährend vermehrten Andrang nicht nurdie zunächst gelegenen Jntcrcellulargänge des Parcnchyms, sondernauch die Athemhöhlen erweitern. Die nächste Folge ist, daß derüi diesen Räumen stockende Pflanzensaft sich verdichtet und zu derMuttcrmasse gerinnt, von der die neuen Bildungen ausgehen,