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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
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95
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sie selbst nach dem Austrocknen und Bersten des dieselbe» bedeckende»Zellgewebes an den offnen Stellen sich nicht ansammeln und ver-stäuben. Die Gegenwart dieser krankhaften Bildungen gibt sich>m Aeußcrn der Pflanze durch schwielige Erhabenheiten und wulst-artigc Anschwellungen kund, welche häufig wegen der durchschim-mernden, dunkelgcfärbtcn Sporen einen schwärzlichen Anstrich zei-gen. Diese am meisten an die Eingeweidewürmer erinnerndeKrankheitsform, welche immer die von ihr befallenen Pflanzcntheilemehr oder weniger entstellt, kann sich auch Lurch die ganze Pflanzeverbreiten, wodurch dieselbe oft ein sonderbar verkrüppeltes An-sehen erhalt, und selbst an der Blüthen- und Fruchtbildung ver-hindert werden kann.

Eine viel weiter verbreitete und von den Landwirthen nicht weniggcfürchtcte Krankheit ist der Flugbrand (R u s; brand, Nage l-br and), welcher die Fortpflanzungsorgane, die Blüthendccken unddie sie zunächst unterstützenden Theile befällt, und in seiner höch-sten Ausbildung eine gänzliche Auflösung der Pflanzensubstanz inden davon ergriffenen Theilen bewirkt. Es erzeugt sich nämlichim Innern dieser Theile eine meist schwärzliche, pulverige Masse,die sich immer weiter gegen den Umfang verbreitend, zulczt andie Oberfläche hervorbricht, verstäubt, und gewöhnlich nur wenigeNeste der zerstörten Blüthcnthcile zurückläßt. Nach der Gestalt,Größe und Farbe der diesen Staub bildenden freien Sporen, zumTheil auch nach dessen Vorkommen auf den verschiedenen Blü-thcnthcilen har man mehrere Arten des Flugbrandcs (llstl-luAo Lr-r/i.) unterschieden.

Die am häufigsten vorkommende ist der Saat-Flug brandoder G ctrei deb rand (I^tiluZo sv°stum /T-r/t. Ili-sst» seZo-tum Hosto Earl- , a (7.), welcher die wildwachsendenGräser und die Getrcidcartea, mit Ausnahme des Roggens, be-fällt und nicht blos den Samen, sondern auch seine sämmtlichenUmhüllungen zerstört. Er bildet einen schwarzen, ins Grünlichespielenden Staub, der leicht abfärbt und verfliegt, und aus sehrkleinen, kugeligen, stiellosen, halbdnrchschcinendcn Bläschen (Spo-ren) besteht'). Gewöhnlich überzieht derselbe die ganzen Ach-ren oder Rispen, seltner läßt er einen Theil derselben unversehrt.

') Sturm, Deutschlands Flora, Z. Abthl., I, S. 67, H. SZ.