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blasigen Blätter des Basilienkrautes, der Münzen unddes Wi.rsings, die verbreiterten Stengel des Hahnenkamms,die gefüllten Blumen unserer meisten Gartenpflanzen), allmäligauf die normalen Bildungen zurückführen, wenn die Gewächsedurch mehrere Generationen in ein weniger nahrhaftes Erdreichgcsäet oder in ein solches, so wie in ein minder günstiges Klimaverpflanzt werden.
Der Krankheitsformen gibt es dagegen bei den Pflanzen weitweniger, als bei den Thieren, weil ihnen die verschiedenen innernOrgane der leztern abgehen , die alle ihre besondern Krankheits-sormen haben, und weil in dem einfachen und mehr gleichmäßi-gen Organisnnrs der Gewächse oft sehr verschiedene Ursachen doch"ur gleiche oder ähnliche Uebel hervorzurufen vermögen. Da fernernur selten mit Sicherheit ein innerer Grund oder eine besondereAnlage zu gewissen Krankheiten in dem Pflanzenkörper nachzu-weisen ist, sondern fast durchaus die krankhaften Erscheinungenals die Folgen äußerer Ursachen erscheinen, so wird auch die Vor-bauungs - und Heilmethode der Krankheiten hier weit einfacherseyn als bei dem Thierkvrper. Sie beruht nämlich vorzugsweiseauf der Abhaltung und Entfernung dieser äußern Ursachen, undes kommt daher vor allen Dingen darauf an, diese leztern zuerforschen und möglicher Weise zeitig genug zu beseitigen, wäh-rend die Fälle, wo eine wirklich zum Ausbruch gekommene Krank-heit durch gewaltsame Entfernung der ergriffenen Theile selbstgeheilt werden kann, bei weitem die seltner» sind.
§. 262 .
Man wird also bei den durch Lichtmangel entstandenen Krank-heiten suchen, den Pflanzen den Zutritt des Lichtes zu verschaffen,entweder durch Hinwegräumung der Gegenstände, welche diesenZutritt verwehren, oder durch Versetzung der Pflanzen an dem2'ehtc zugängliche Stellen. Bei der Aussaat hat man aber schondarauf zu sehen, daß diese an hinlänglich beleuchteten Stellen ge-schche, und daß sie nicht zu dicht gemacht werde, weil sonst diePflanzen selbst sich gegenseitig das nöthige Licht entziehen In
*> Doch muß dabei immer auf die Natur der Pflanzen Bedacht genom-men werden, da manche mehr, andere weniger des Lichtes zu ihremGedeihe» bedürfen. Zu ökonomischen und technischen Zwecken sucht