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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Zu dem Gesammtbegriffe einer Art gehört also nicht alleindie ursprüngliche Form oder die Stammart, sondern es sind zu-gleich alle bekannten Ausartungen dieser Form darin enthalten.Wo sich aber keine Form als eigentliche Stammart nachweisenlaßt, da bilden die Beiarten, mit ihren Abänderungen und Ueber-gaugsformcn, zusammen eine Art, und sie lassen sich auf ähn-liche Weise unter den Gesammtbcgriff der leztern einreihen. Dieschon oben als Beispiele erwähnten Veilchen mögen hier zurErläuterung dienen.

Obgleich von dem Stiefmütterchen und dem Acker-veilchen keines nach sichern Anzeigen für die Stammart desandern erklärt werden kann, so müssen sie dennoch, als Beiartcneiner gemeinsamen Art, einen gemeinschaftlichen Namen erhalten,unter welchem sie sich nun auf folgende Weise zusammenstellenlassen:

Gemeinsame Art. Dreifarbiges Veilchen (Violatrivolor /,?»».).

Erste Beiart.

Gemeines Stiefmütter-chen (Viola trivolor vul^aris),mit grösiern Blumen als der Kelch.

Erste Spielart. Ver-schiedenfarbiges gemeinesStiefmütterchen (Viola tri-volor vul^aris versivolor) ,die gepaarten Blumenblätter veil-chenblau , das unpaarige Blumen-blatt meist gelb.

Zweite Spielart. Gel-bes gem. Stiefmütterchen(V. trivolor- vul^aris lutva),mit einfarbig gelben Blumen.

Dritte Spielart. Gros-blumiges gem. Stiefmüt-terchen (V. trivolor vul^arisßranstisioi-a), sehr großen,

Zweite Beiart.

Kleinblüthig es Stief-mütterchen oder Ackerveil-chen (V. trioolor parviilora),mit kleinern oder eben so großenBlumen als der Kelch.

Erste Spielart. Ver-schiedenfarbiges kleinbl.Stiefmütterchen (V. tri-volor parviklora versivolor),mit Blumen, wie bei der erstenSpielart des gemeinen Stiefmüt-terchens.

Zweite Spielart. Blei-ches kleinbl. Stiefmüt-terchen (V. trivolor parvitl.palliila), mit blasse«r, bis insWeiße gehender Färbung der Blu-men.

Dritte Spielart. Drei-blättriges kleinbl. Stic s-