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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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275
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3§hl der Pistitlc von zwei, drei bis fünf, ..und bei den lcztern>ozar bis acht. Linuö hat zwar diese Gattungen in die Di^nm,HiZznin und kentnA;niin der zwölften Klasse vertheilt; da aber^ Zahlenverhaltnisse dvch hier zn schwankend sind, so faßt manneuerer Zeit gewöhnlich die genannten Ordnungen dieser Klasse'u eine zusammen, wodurch die Bestimmung

dahin gehörenden Gattungen sehr erleichtert wird").

Was die Verwachsung der Bcfruchtnngsvrgane betrifft, sol»l>t es auch dabei mancherlei Abweichungen, oder es wurde die-^6 Verhältniß von Liiinö nicht immer streng beachtet. WährendZ- B. die Gattung Storchschnabel (Oevnnium), derenStaubfäden kaum eine Spur von Verwachsung zeigen, in diettchszchnte Klasse brachte, stellte er die Gattungen Lein (lAnum)t»>d Sauerklee (Oxnlis), deren Staubfäden am Grunde ziem-^'th deutlich in einen Ring zusammengewachsen sind, die ersteredie fünfte, die andere in die zehnte Klasse. Unter den L y si-Htachi en (I^slulkiolli'»), welche in der fünften Klasse stehen,^dt es Arten mit freien, und andere (z. B. 1^ vu!«»ris, ^lAuot-rt») mit am Grunde bis zn einem Drittel oder bis znrHälfte ihrer Länge verwachsenen Staubfäden. In der siebenzehn-Klasse kommen mehrere Gattungen (z. B. O^tisu«, Oo-lb,upiiiU8, ^»tlr^Uls, Onnnw) vor, deren Staubfä-nicht in zwei Partien, sondern in eine Röhre verwachsen^d. Hj^. ließ sich Linno durch die so deutlich ausgesprochene'^türliche Verwandtschaft der schmettcrliugSblüthigcn Pflanzen ver-^tcn, ssin Eintheilungsprincip außer Acht zu lassen, was ernoch in andern Klassen, der natürlichen Verwandtschaft zn^c, gethan hat. Doch verfuhr er auch hierin nicht immer^leqncnt, und wir finden die schmetterlingsblüthigcn Pflanzen^ freien Staubfäden (wie 8<>j,1rov», und Kun^ris) in

^ Oft kommt es vor, daß auf der nämlichen Pflanze manche Blü-then auf abnorme Weise in der Zahl der Staubgefäße und Pi-ßille abweichen; daher darf man sich bei Bestimmung der Klasse«nd Ordnung nicht mit dem Zählen der Befruchtungsorgane"»er einzigen Blüthe begnügen, sondern man muß immer meh-rere Blüthen untersuchen, um versichert zu seyn, daß man dierechte Zahl erkannt habe.

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