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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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§. 353.

Den deutschen Vatern der Botanik schließen sich zunächst diePflanzensvrscher der Niederlande an. Die niederländischen Provin-zen waren im sechszehnten Jahrhundert unter dem Namen desburgundischen Kreises dem deutschen Reiche selbst einverleibt. Alsaber der grausame Philipp II. von Spanien die Niederländer aufdas Härteste bedrückte, und diese dadurch zu dem vierzigjährigenKampfe um ihre Unabhängigkeit (15661609) reizte, entfaltetenjene Provinzen während dieser Zeit eine große Macht und breite-ten ihren Handel bis zu den entlegensten Ländern und Meerenaus, wodurch in ihren Stapclplätzen, Antwerpen und Amsterdam,auch die Naturerzeugnisse fremder Welttheile sich anhäuften und sozum Studium und zur wissenschaftlichen Bearbeitung derselben ein-luden. Dieses galt vorzüglich auch von den Pflanzen, was natür-lich der Botanik sehr zum Gewinn gereichen mußre. Unter denniederländischen Botanikern jener Zeit zeichneten sich hauptsächlichdrei durch ihre wissenschaftlichen Leistungen aus.

Rembert Dodoens der sich in seinen Schriften Do do-rr aus nannte, im Jahr 1517 geboren und, nachdem er kaiserlicherLeibarzt gewesen, als Professor in Leiden im I. 1686 gestorben,war der erste Botaniker unter den Niederländern, welcher vieleneue Pflanzen sorgfältig untersuchte und beschrieb, und dadurch diePflanzenkunde sehr bereicherte. Er beschrieb die Gctreidearten, dieLeguminvscn und die Corvnarien in besondern Abhandlungen, scheintalso auch der erste gewesen zu seyn, welcher von den natürlichenFamilien zum Theil eine Ahnung hatte. Außerdem gab er noch

der, wie ein späterer Titelttorlu» lusaticus, das ist, la-teinische, deutsche und etliche wendische Namenderer Gewächse der Ober- und Niederlau sitz (isis)"besagt, ein bloßes, Namensverzeichniß gewesen ist. Nicht viel mehrgab der zweite, Kasp. Schiyenkfeld, Arzt in Hirschberg, in seinem8tirpium et kossiliui» 8ile«iae Hutslo^us (Inps. 1600 4.), und inseinemKurzes VcrzeichnißderKräutcr, welche umden warmen Brunnen gesunden werden (Görlitz16»7 8.)," worin nur hie und da ganz kurze Beschreibungen schlesi-scher Pflanzen mit spärlicher Synonymik vorkommen.