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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Aufsicht die Zahl der kuftivirten Pflanzen im I. 1720 auf 5650stieg, eine Zahl, die bis dahin noch in keinem europäischen Gartenerreicht worden war. In den Niederlanden fällt auch die Anle-gung der Gärten zu Hartem (1702) und Harderwyck (1709)in diesen Zeitraum. In Italien waren die Gärten zu Pisa undFlorenz in großem Flor. Die Gärten Deutschlands waren da-gegen weniger bedeutend, obgleich mehrere neue entstanden, nämlichzu Jngolstadt (1700), Würzburg (1709), Hamburg (1710),Wittenberg (1711) und Karlsruhe (1733). Aber auch Ruß-land erhielt jezt seinen ersten botanischen Garten zu Peters-burg (1725).

Fünfter Zeitraum.

Von Linus bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts, oder vomJahr 1735 bis 1799.

§. 370.

Wie im vorigen Zeiträume Tournefort durch seine Bestre-bungen, namentlich durch die Begründung der Pflanzengattungen,dem Studium der Botanik eine bessere Bahn verzeichnete, und über-haupt der Diagnostik einen fester» Grund bereitete, so erfuhr indiesem Zeiträume die ganze Naturgeschichte, vornehmlich aber diePflanzenkunde durch Linnö's kräftigen, umfassenden Geist einenoch weit mehr durchgreifende Verbesserung und zum großen Theileine völlige Umänderung, und nur haben uns daher in diesemZeiträume der botanischen Reformation zuerst mit dem großenStifter derselben näher bekannt zu machen.

Karl von Linnö, zu Rashult in Smoland im I. 1707geboren, war der Sohn eines unbemittelten Landpredigcrs, undbrachte seine Jugend in großer Dürftigkeit hin. Aber schon aufder Schule zu Werft), wo er sich zu den theologischen Studienvorbereiten sollte, lockte ihn die Liebe zu den Pflanzen so sehr vonden ernsten Sprachstudien ab, daß er in denselben ziemlich zurück-blieb, und sein Vater, an der Hoffnung, ihn einst als seinen Nach-folger im geistlichen Amte zu sehen, verzweifelnd, den nach seinerMeinung ungerathencn Sohn zu einem Schuster in die Lehre that.Zum Glück hatte der Arzt zu Werft), Ioh. Rothmann, die