Anlagen des Jünglings und dessen aufstrebenden Geist richtigererkannt, und brachte es durch seine Ucberredung dahin, daß derVater denselben seiner Neigung zur Naturkunde nachhängen ließ,wobei jener wackere Mann ihn durch Mittheilung von botanischenSchriften zu einen, mehr geordneten Studium des Gewächsreichshinzuleiten suchte. So wurde Linn6 für die Wissenschaft gerettet,und ging in seinem zwanzigsten Jahre auf die Universität nachLund, um Medicin und Naturkunde zu studiren. Im folgendenJahre (1728) zog er jedoch nach Upsala, wo er durch OlausCelsius dem alten siebenzigjährigen Rudbeck empfohlen wurde,der ihm die Aufsicht über den botanischen. Garten anvertraute, undihm die Benutzung seiner Bibliothek erlaubte. In diesen Verhält»Nissen machte Linne solche Fortschritte in seinen Studien, daß erschon in seinem vierundzwanzigstcn Jahre (1731) einen öortnsupiansiieus schrieb, und im darauf folgenden Jahre, auf der bei-den Celsius und Ol. Rudbcck's des jüngern Veranlassung,von der schwedischen Akadentie der Wissenschaften nach Lapplandgeschickt wurde, um die Naturprodukte dieser hochnordischen Gegen-den, die vor Rudbeck dem jüngern (1695) und auch seitdemwieder kein Naturforscher betreten hatte, zu untersuchen. DieErgebnisse dieser denkwürdigen, in nicht mehr als sechs Mo-naten (vom Mai bis November 1752) vollbrachten Reise, machteLinn6 zum Theil in demselben Jahre *) noch bekannt.
Bald nach seiner Rückkehr aus Lappland verlies er Upsalaund ging nach Fahlun, wo er sich mit Mineralogie beschäftigte,und die Tochter des dortigen Arztes Moräus, später seine Gattin,kennen lernte, die ihm das Reisegeld nach Holland, wohin er sichseiner Promotion wegen begab, vorstreckte. Von Harderwyck, woer im Jahr 1735 den Doktorhut erlangt hatte, ging er in dem-selben Jahre nach Leiden und Amsterdam, und erhielt durchBoerhaave's und Joh. Burmann's Vermittelung die Auf-sicht über den reichen Garten Georg Cliffort'S in Har be-kam p. Hier blieb er zwei Jahre und in dieser kurzen Zeit lieferte
') Iit?r- 8uec. 1732 und 1735. — Das Tagebuch dieser Reisewurde später von Smith, insEngl. übersezt, herausgegeben unterdem Titel: lisolie«,» lspponieu, or » tour iu l-»pplauä l,inu»eu«.1811 . 2 Bde. (8).