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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Mehr wurde in der Physiologie der Pflanzen geleistet, ob-gleich in den ersten beiden Dcccnnien des Zeitraums auch hierinnichts Erhebliches geschah; denn erst mit Charles Bonnet's,eines Genfer Bürgers, Untersuchungen über den Nutzen der Blät-ter ^ begann ein regerer Eifer, um in die Lehre von der Ernäh-rung der Pflanzen mehr Licht zu bringen. Boünet zeigte, aufviele sinnreiche Versuche und Beobachtungen gcstüzt, wie wichtigdie Blätter zur Ernährung der Pflanze seyen, indem sie das Ge-schäft der Einsangung und Ausdünstung besorgen; er suchte denWeg anzudeuten, welchen der Nahrnngssaft in dem Körper derPflanze nimmt, wobei er gegen den Kreislauf des Saftes großesBedenken erhob; er trug auch seine Ansichten und Bemerkungenüber die von Calandrini, Pros. der Mathematik in Genf, zu-erst beobachteten Ordnungen der Mattstellung vor, indem er alsZweck dieser symmetrischen Vertheilnng der Blätter die Sicherungder vollkommenen Ausübung ihrer Hanptfunktion annahm; erwies den Einfluß des Lichtes auf die Bewegung der Blätter nach,und theilte noch manche andere, auf die Lcbensgcschichte der Pflan-zen bezügliche Wahrnehmungen mit. — Noch genauere und sorg-fältigere Vcrsucke über die Ernährung der Pflanzen machte HenriLouis Duhamel du Mvnceau, Oberaufseher des Seewesensund Mitglied der Akademie zu Paris, in seiner Naturlehre derHvlzpflanzen -) bekannt, worin er außer dem äußern und innernBau der dikotyledvnischen Bäume, hauptsächlich den Nahrungs-saft, dessen Aufnahme, Zubereitung und Bewegung im Pflanzen»körper betrachtete, dann über das Wachsthum, so wie über dieFunktionen aller Organe und über die Krankheiten der Bäumesich auslicß. Durch seine Beobachtungen kam er zu dem Schlüsse,daß das Wasser der zum Leben der Pflanze nothwendigste Stoffsey, und daß bei gewöhnlichem Trinkwasser, gleichviel in welchemBoden, die Pflanzen bestehen und wachsen können. — Spätersuchte ThvmasPercivall durch Versuche zu beweisen, daß nurdie im Wasser enthaltene Kohlensäure dasselbe zur Ernährunggeschickt mache»). — Auch I oh. Jngenhouß, welcher überhauptdie Lehre von der Ernährung der Pflanzen um Vieles geläutert,

'> Vergl. Bd. II, Thl. i, S. 542.

H Das. S. 54L.

») ^ooijsscsl Vo!. L, p. 17 (1775).