Band 
Erster Band.
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Welchen Begriff knüpfen wir aber an das Wort Natur? Unterdiesem Namen verstehen wir, nach einer altüblichen und in sich sehr wohlbegründeten Erklärung, die.Gesammtheit aller sinnlich wahrnehmbarenErscheinungen der Körperwelt; und unter dem Namen der Naturwissen-schaften das geordnete Wiedergeben der Vorstellungen, welche durch dieGegenstände der Außenwelt in uns angeregt worden sind. Groß, um-fassend, weit ist das Gebiet, welches diese wenigen Worte bezeichnen; esumspannt in der That Alles, was nicht in uns selbst liegt, aus unsermInnern hervorgeht. Zu weit würde es von unserm Gegenstände ablenken,wollten wir in dieses Gebiet näher eindringen; beschränken müssen wiruns auf einige Seitenblicke, die wir auf eine der Naturwissenschaftenwerfen, mit der die physikalische Geographie innig verknüpft ist, nämlichdie Physik oder Naturlehre, — die Lehre von der Körperwelt, nach demInbegriff aller an ihr sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen.

Indem die körperlichen Gegenstände unter den manchfaltigften undverschiedensten Formen sich uns darstellen, und wir uns bestreben, dieUrsache dieser Verschiedenheiten zu erforschen, gestaltet sich zunächst derBegriff von dem Dasein eines großen Gegensatzes, dessen Beisammenseinin jedem Gegenstände der Körperwelt wiedergefunden wird und dessenVerhältniß zu einander eben die große Manchfaltigkeit der Körper erzeügt.Dieser Gegensatz, oder diese zwiefache Verschiedenheit besteht in den Be-griffen der Materie und der Kräfte. Unter der Materie denken wir unsdie gestaltlose Masse, die rohe Substanz, aus welcher alle Körper gebildetsind; das bildende Princip aber, oder die Thätigkeit, welche dieser Materieihre Eigenthümlichkeit gab, nennen wir eine Kraft, oder eine Summevon Kräften, welche ihr inwohnen und vermöge deren sie auf unsere Sinneeinen verschiedenartigen Eindruck macht. Es ist hier nicht der Ort, darüberzu entscheiden, welche von beiden beim Anfange des Weltalls früher ent-stand, ob zuerst der rohe Stoff gebildet ward und der Odem des Schöpfersals die erste Kraft erschien, welche Gott ihm einhauchte und die nun inder Materie gestaltend, trennend und einigend, und immer Neües gebührend,fort und fort wirkt; oder ob Gott zuerst die Kräfte schuf und ihnen alsFeld der Thätigkeit die Erzeügung von Stoffen anwies, in welchen siewirksam auftreten konnten; oder ob endlich Kraft und Materie gleichzeitigda waren. Es genüge hier daran zu erinnern, daß wir beide Begriffenie von einander gesondert denken können; jeder allein für sich gedacht,ist ein körperloses Nichts, das kein Gegenstand unserer Forschung werdenkann; beide Begriffe können und müssen wir nur in der innigsten Ver-bindung mit einander auffassen: Materie und Kraft stehen in der nnzer-