Band 
Erster Band.
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in Verbindung steht die bekannte Erfahrung, daß unser Gesichtskreis,oder Horizont, sich nach allen Seiten gleichmäßig erweitert, sobald wireinen hohem Standpunkt einnehmen. Ueberhaupt erscheint uns die Erd-oberfläche, wo wir uns.auch befinden mögen, von einem Kreise begränzt,und diese Erscheinung ist es eben, welche sich nur mit der Eigenschafteiner Kugel vereinbaren läßt. Ein dritter Beweis, und diesen hatten diegriechischen Astronomen offenbar im Auge, liegt in der Stellung der Ge-stirne gegen unsern Gesichtskreis, die eine andere wird, wenn wir unsernStandpunkt verändern; reisen wir von Süden nach Norden, oder umge-kehrt, so erhöhen sich auf dieser Seite die Gestirne über den Horizont,auf jener treten sie ihm näher; dort erscheinen neue, nie gesehene, hierverschwinden alte, lange gesehene Sterne; aber dieser Beweis, der für dieRundung der Erde in nord-südlicher Richtung spricht, liegt schon in demzweiten; eben so der vierte, daß die Erde von Osten gegen Westen rundist, was wir insbesondere aus dem Umstände ableiten, daß die Sonneund alle übrigen Himmelskörper allen Bewohnern der Erde nicht zu glei-cher Zeit auf- oder untergehen, welches doch geschehen müßte, wenn sieeine Ebene bewohnten. Und ist es an diesen Beweisen noch nicht genug,so darf an die vielen Umschiffungen der Erde erinnert werden, welche seitMagalhaens erster Weltreise in den Jahren 1519 bis 1522 unternommenund in unsern Tagen so gewöhnlich geworden sind, daß es Personen giebt,welche sie sechs und mehre Male vollführten. Diese Reisen lehren, daßman, stets nach derselben Weltgegend fortschreitend, endlich auf den Punktzurückkommt, von welchem man ausgegangen ist; eine Erfahrung, die,weil sie nur nach einer Richtung gemacht worden ist, gewissermaßen auchauf eine Cylinder-Gestalt der Erde deüten könnte, hätten nicht auch Um-schiffungen in den südlichen Regionen der Erde gezeigt, daß die Umkreise,je weiter gegen Süden, desto kleiner werden, was mit der Eigenschaft desCylinders unverträglich ist. Wiewol alle diese Gründe, welche aus derunmittelbaren Anschauung entnommen sind, erschöpfend scheinen, so giebtes doch noch allgemeine physikalische und astronomische Thatsachen zurBeweisführung der Kugel-Gestalt. Die Masse der Erde mußte gleich beiihrer Entstehung diese Gestalt annehmen, denn wir bemerken, daß überalleine mächtige, unerforschliche Kraft unaufhörlich und gleichförmig allefeste und flüssige Theile gegen ihre Oberfläche fallen läßt und zum Mit-telpunkt der Kugel drängt. Alle übrigen Weltkörper haben diese Gestalt;von der Sonne und dem Monde sagt es uns das bloße Auge, von denPlaneten lehren es uns die Fernröhren; warum sollte die Erde eine Aus-nahme von der Regel machen?