78
würdigen Erscheinungen zuerst betrachtete, urtheilte sogleich, daß diese Artvon Beobachtungen eine Vervollkommnung der geographischen Kenntnisseherbeiführen würde. In der That, als der Lauf der Trabanten bekanntund in ziemlich genauen Tafeln dargestellt war, berichtigte man eineMenge der größten Irrthümer in der Bestimmung der Lougituden, beson-ders von Orten in den östlichen Gegenden des Alten Kontinents. Zwartragen, wie wir sogleich sehen werden, mehrere Ursachen dazu bei, denGebrauch und die Genauigkeit dieser Methode zu beschränken; nichts destoweniger aber ist sie eine kostbare Quelle von Entdeckungen; und manwird es immdr als eine der glücklichsten Folgen der neüern Erfindungenansehen, daß diese Gestirne, welche unserm Auge so lange verschleiertwaren, heützutage dem Seefahrer ein sehr leichtes Mittel darbieten, dieLage des Ortes zu bestimmen, wo er nach Monate langem Schaukelnzwischen Himmel und Wasser zuerst das heimischere Land wieder betritt.Aber dieses Resultat ist nicht das einzige, welches aus der Kenntniß vonJupiters System hervorgegangen ist; vielleicht giebt es keinen Theil desHimmels, dessen Schauplatz geeigneter wäre, den Geist zu fesseln. Dieaufmerksame Beobachtung der Trabanten-Lerfinsterungen hat uns gelehrt,daß die Wirkung des Lichts nicht augenblicklich ist; sie hat uns das rich-tige Maaß von der Zeit gegeben, welche dasselbe braucht, um sich von derSonne bis zu uns fortzupflanzen. Das vom Jupiter und seinen vierTrabanten gebildete System ist eine Welt für sich, dessen schnelle Revo-lutionen uns diejenigen darstellen, welche im allgemeinen Sonnen- undPlaneten-System in Erfüllung gehen müssen. So kürzt das Studium derUngleichheiten der Trabanten gleichsam die astronomischen Zeiten ab undgiebt ein Vorgefühl von den Erscheinungen, die erst nach einer unbestimm-ten, langen Reihe von Jahrhunderten im Planetensystem vor sich gehenwerden. Die drei ersten Trabanten des Jupiter sind, durch ihre wechsel-seitige Einwirkung und die des Planeten, zwei sehr merkwürdigen Gesetzenunterworfen, die nicht weniger einfach und beständig als die Kepler'schenRegeln sind. In ihrer Bewegung und Stellung haben die Satelliten einStreben gegen einander, so daß, wenn die Stellung zweier dieser Gestirnebekannt ist, die Lage des dritten dadurch mit bestimmt wird; und es folgtdaraus z. B., daß sie alle drei nie zu gleicher Zeit verfinstert werdenkönnen. Nachdem jene Gesetze näher entwickelt waren, wurde es möglich,die Stellung eines jeden Trabanten im Voraus zu berechnen; und dieseVorherverkündigung der Verfinsterungen der Jupiters-Monde finden wirin den astronomischen Kalendern, für einen bestimmten Meridian, mitgroßer Genauigkeit aufgezeichnet, um den Beobachtungen, welche über diese