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beständige Tag an, wenn die Sonne 20° Abweichnng hat, d. i. den 20.Mai, und dauert, biö die Sonne im Niedersteigen wieder dieselbe nörd-liche Abweichung bekömmt, d. i. bis zum 2V. Juli. Umgekehrt dauertdiesem Ort die beständige Nacht, wenn dieselbe Abweichung südlich ist,vom 21. November bis 20. Januar. Endlich unter den Polen selbst, wodie Polhöhe 90° ist, fängt der beständige Tag mit der Nachtgleiche selbstan, denn da ist die Abweichung 0 und endigt erst mit der folgendenNachtgleiche. Er dauert also ein ganzes halbes Jahr, mithin die Nachtebenfalls so lange; für den Nordpol der Tag vom 2>. März bis 23. Sep-tember, für den Südpol entgegengesetzt, vom 23. September bis 21. März.Die obige Formel drückt die Länge des natürlichen Tages aus, wennman die Ursachen unberücksichtigt läßt, welche sie vergrößern. Da dieAbweichung der Sonne für ihren Mittelpunkt gilt, so muß die scheinbareGröße der Sonnenscheibe, wobei der obere Rand früher auf- und späteruntergeht als das Centrum, eine Verlängerung des Tages herbeiführen;dasselbe bewirkt auch die Strahlenbrechung, welche das Bild der Sonneüber den Horizont erhebt, wenn gleich die Scheibe unter demselben steht.In der Polhöhe, für die wir oben ein Beispiel berechnet haben, verlän-gern beide Ursachen die Dauer des längsten Tages um beilaüfig eineViertelstunde. Sieht man hiervon ab, wie eS oben geschehen ist, so be-trägt die Summe der Länge von den Tagen des Jahres, oder die Verweilungder Sonne über dem Horizont für einen jeden Ort der Erde genau dieHälfte aller Stunden des Jahres, und diesemnach ist aus der ganzen Erdeein halbes Jahr Tag und ein halbes Jahr Nacht. Die Berechnung derLänge des natürlichen Tages, wobei wir im Wesentlichen der Gehler'schenDarstellung wörtlich gefolgt sind, führt uns auf eine Abtheilung der Erd-oberfläche, welche sich auf die Dauer des längsten Tages gründet.
Die Alten bedienten sich dieser Eintheilung, indem sie Parallelkreiseso um die Erde zogen, daß von dem einen Kreise bis znm andern dieDauer des längsten Tages um eine halbe Stunde zunahm. Die Zonenzwischen diesen Kreisen nannten sie Klimata, welches Wort, seinem grie-chischen Ursprünge nach, eine Beügung oder Krümmung des Himmelsbedeütet, jene Zonen also nur zur Nachweisung von Ortslagen dienten.Das Klima in diesem Sinne bildet daher einen ganz andern Begriff, alsderjenige ist, welchen wir mit diesem Worte verbinden, indem wir unterKlima die natürliche, durch Lage, Boden, Wärme, Witterung, bedingteBeschaffenheit eines Landes verstehen; oder nach A. von Humboldt's schär-ferer Bestimmung umfaßt das Wort Klima, in seiner allgemeinsten Bc-deütung, alle die Modifikationen der Atmosphäre, von denen unsere Organe