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trieft; der Kontakt der kalten Oberfläche erkaltet die Luft, die ihrer Seilseinen Theil ihrer' Feuchtigkeit niederschlägt. Nun aber ist dieses der Artund Weise ähnlich, in welcher Feuchtigkeit unmerklich aus der Atmosphäreauf Körper an der Erdoberfläche abgesetzt wird, und dasjenige entsteht,was Thau genannt wird. Alle Körper, welche bei stillem Wetter undheiterm Himmel der äußern Luft ausgesetzt sind, werden kälter, als wen»ein Schirm oder eine Decke zwischen ihnen und dem Himmel befindlichist, und können oft viel kälter werden als die umgebende Lust, die, wen»sie hinreichend feucht ist, einen Theil ihrer Feuchtigkeit, d. i. Thau, aufsie niederschlägt. Ist die Temperatur niedrig, so gefriert der Thau undbildet Reff.
> Die' Strahlung der Wärme verdient ebenfalls Erwähnung. Zu An-fang desÄsetzigen Jahrhunderts entdeckte Leslie, daß die Körper in derKraft, Wärme zu strahlen, sehr verschieden seien, und daß diese Kraftvon der Beschaffenheit und dem Zustande ihrer Oberfläche abhänge. Me-talle besitzen diese Eigenschaft in einem geringern Grade als gläserneKörper, und sie nimmt bei allen diesen Körpern ab, wenn die Oberflächepolirt ist. Sehr faserige vegetabilische Substanzen sind gute Strahleuwer-fer, wie überhaupt diejenigen Körper im Allgemeinen, welche die Wärmeschlecht leiten oder reflektiren. Nun aber folgen die Grade der Abkühlung,welche verschiedene Körper erleiden, wenn sie zusammen dem freien Hm-melsraume ausgesetzt sind, derselben Ordnung, wie ihre strahlenden Kräfte!und so wird natürlicher Weise die Ordnung, in welcher sie ansaugen,Thau zu empfangen, nicht minder auch das empfangene Quantum, vondemselben Gesetz regulirt, wie sich aus Folgendem ergiebt.
Schon Aristoteles behauptete, daß Thau sich nur in windstillen undklaren Nächten zeige. Wells — dem man die Erforschung der Ursache»des Thau's vorzugsweise verdankt — fand, daß unter entgegengesetztenUmständen immer nur sehr wenig Niederschlag erfolge, und dieses Wenigenur dann, wenn die Wolken sehr hoch gehen. Thau ereignet sich niemalsin Nächten, welche sowol wolkig als windig sind'; und wenn im Verlaufder Nacht heiteres Wetter sich in dunkeles, stürmisches verwandelt, stverschwindet der Thau, der sich schon gebildet hatte. In ruhigem Wetterzeigt sich mehr Thau, wenn der Himmel theilweise mit Wolken bedeckt,als wenn er ganz klar ist. Oft ereignet es sich, daß, selbst vor Sonnen-untergang, Thau sich an Gras hängt, welches an Orten steht, die vorden Sonnenstrahlen und dem Winde geschützt sind; denn bei heitermWetter leiden solche Stellen sehr von dem kaltmachenden Anblick drsHimmels und können die ganze Nacht hindurch und selbst einige Zeit nach