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Erster Band.
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Sonnen-Untergang Thau aufnehmen. Die Quantität des Thau's hangtvon der Feuchtigkeit der Lust ab, die nach Regen größer ist, als nachanhaltend trockenem Wetter. In Eüropa stellt er sich bei W. und S.Winden weit reichhaltiger ein, als bei entgegengesetzten Winden. DieUrsache davon scheint zu sein, daß der von der See kommende Luftstrommehr Feuchtigkeit enthält; wenigstens thaut es in Ägypten nur daun,wenn der Wind vom Meere herkommt; doch auch mit einem S. Winde,der längs der Fluthen des Nils gegangen ist, bemerkt man gewöhnlichThau im Delta fünf oder sechs Tage vor der Überschwemmung. Nacheiner langen Trockniß setzte Wells acht und zwanzig Minuten vor Sonnen-untergang an einem windstillen Abend dem klaren Himmel bekannte Ge-wichte von Wolle und Schwan-Flaumfedern auf einem glatten, unange-strichenen, trockenen Tische von Fichtenholz aus, der ungefähr drei Fußhoch war und etwa eine Stunde zuvor auf einer großen Wiese in denSonnenschein gestellt worden war. Zwölf Minuten nach Sonnen-Unter-gang war die Wolle 7 °,7 kälter als die Luft, hatte aber nicht an Gewichtzugenommen. Die Schwan-Flaumfedern waren 7°,- kälter als die Luft,hatten aber auch nicht mehr Gewicht erhalten; zwanzig Minuten späterwaren sie noch nicht schwerer, wol aber 7",s kälter als die Luft geworden,während das Gras 8 °,- kälter war als die Luftschicht vier Fuß über demBoden. Aus diesen und vielen ähnlichen Versuchen schloß Wells, daßKörper vor ihrer Bethauung kälter als die umgebende Luft werden. Erschnitt ein Stück Pappendeckel nach der Form eines Wetterdaches aus,dem er einen Winkel von 90° gab und auf beiden Seiten offen ließ.Dies wurde eines Abends mit dem Rücken aufwärts auf einen Grasplatzund so viel als möglich in die Richtung des Windes gestellt. Mittenauf dem Grasplatz wurden unter den Schutz jenes Daches zehn GranWolle, und eine gleich große Quantität auf einer andern Stelle, demHimmel ausgesetzt, gelegt. Am folgenden Morgen hatten die ersten zehnGran nur zwei Gran, die andern aber sechszehn Gran an Schwere gewon-nen. Die Wolle erhält hier nicht Feuchtigkeit vom Grase durch Kapillar-Attraktion, denn derselbe Effekt erfolgt, wenn sie auf ein Näpfchen gelegtwird; noch geschieht es durch hygrometrische Attraktion, denn in einerbewölkten Nacht gewann Wolle, die auf ein erhöhtes Brett gelegt wurde,kaum an ihrem Gewichte.

Die Quantität des Thau's wechselt nach den Umständen. Legt manWolle auf einen schlechten Wärmeleiter, z. B. auf ein Brett von Tannen-holz, das einige Fuß über dem Boden liegt, so wird sie kälter und em-pfängt mehr Thau, als wenn sie auf Gras gelegt wird. An dem Wind-Ende

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