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des vorigen Jahrhunderts nahm man an, daß die wäßrigen Partikelchender Wolken die Gestalt hohler Muscheln hätten und specifisch leichter seien,als die Luft, in welcher sie schweben. Allein da kein Beweis, keineWahrscheinlichkeit zu Gunsten dieser Theorie aufgestellt werden konnte,so machte sie andern Spekulationen Platz, und gegenwärtig betrachtenviele Naturforscher das Schweben der Wolken als ein elektrisches Phäno-men. Bei einem aufmerksamen Betrachten der Wolken-Gestalten findetman, daß sie eine Neigung haben, eine oder andere von den sieben ver-schiedenen oben erwähnten Modifikationen anzunehmen, deren eigenthüm- !liche Karaktere in all' den endlosen Bildungen entdeckt werden können, jwelche die Wolken unter verschiedenen Umständen zeigen. Ferner mag esbemerkt werden, daß die unbestimmtesten und gestaltlosesten Wolkemnassen,wenn man sie aufmerksam verfolgt, früher oder später ein Streben zeigen,die Gestalt einiger von diesen Modifikationen anzunehmen; ein Umstand,der nicht allein ihre verschiedene Beschaffenheit zeigt, sondern auch beweist,daß es allgemeine, bis jetzt noch nicht entdeckte Ursachen geben müsse,nach denen in der Luft schwebende wäßrige Dünste gewisse bestimmte undkonstante Modifikationen annehmen werden.
Wir wollen nun eine nähere Beschreibung der Bildung und Verän-derungen der Wolken, so wie der Vorbedeütungen des Wetters versuchen,welche aus ihren verschiedenen Erscheinungen abgeleitet werden können;wobei die Bemerkung nicht überflüssig ist, daß die in Parenthese einge-schlossenen Namen der Wolken (in englischer Sprache) von Thomas Förstereingeführt worden sind.
Der Cirrus (Curl-Clvnd) oder die Federwolke, nach deütscher Termi-nologie, unterscheidet sich von jeder andern Modifikation durch die Leich-tigkeit seiner Beschaffenheit, seinen federartigen Bau und die große undbeständig sich verändernde Mannigfaltigkeit der Figuren, welche er demAuge darbietet. Die Federwolke ist durchgängig die höchste der Wolken,indem sie die höhern Regionen der Atmosphäre einnimmt. Da dieseWolke unter verschiedenen Umständen in ihrem Ansehen bedeütende Manch-faltigkeiten darbietet, so wird es angemessen sein, diese einzeln zu betrach- >ten, mit Rücksicht auf die eigenthümliche Wetter-Beschaffenheit, in welchersie vorwalten. Nachdem klares, schönes Wetter längere Zeit gedauerthat, bemerkt man oft eine weißliche Wolkenlinie in großer Höhe, wie einweißer Faden, der über den Himmel gezogen ist und dessen Enden steham Horizont zu verlieren scheinen; und sie ist es, welche haüfig eine Ver-änderung des Wetters, nämlich nasse Witterung anzeigt. Zu dieser Cir-rus-Liuie gesellen sich andere längs ihrer Seiten, und verbreiten sich