Band 
Erster Band.
Seite
272
JPEG-Download
 

272

als Regen und Schnee, so giebt es auf der Erde Zonen und Regionen,wo der Niederschlag in einer dieser Formen allein oder in gemischter Ge-stalt erfolgt. Die Gränze der Gegenden, wo der Niederschlag nur inGestalt von Regen Statt findet, erstreckt sich weit über die Wendekreisehinaus. Nach Canstein'ö schöner kartographischen Zusammenstellung fälltsie auf der nördlichen Halbkugel im Osten der alten Welt ungefähr mitdem Parallelkreis von Lat. 35° zusammen (Südrand von Japan undKorea), beügt sich dann im westlichen Fortschreiten gegen den Parallel-kreis von Lat. 40°, der sie, südlich vom Schwarzen Meer in Loug. 40° O.trifft und längs desselben zum Hellespont zieht, um von oa aus denSüdrand des Festlandes von Griechenland zu umgeben, längs der West-küste von Italien zu streichen und nach Frankreich überzugehen, dessensüdwestliche und westliche Gegenden, so wie die aüßerste Südwestspitze vonEngland noch innerhalb der Zone des beständigen Regen-Niederschlagsliegen. Von hier an zieht ihre Gränze über die Nordspitze der westlichstenInseln der Azoren-Gruppe (Lat. 4ü° N.) nach dem Neüen Kontinent,den sie an der Ostküste, wie bei der Alten Welt, in ungefähr Lat. 35°N. trifft, und an der Westküste in Lat. 4S° verläßt, nachdem sie dieselbevom Parallelkreiö des 39sten Grades an geschleift hat. Schouw setztdagegen die Äquatorialgränze des Schnees in Amerika auf etwa Lat. 30°N. und sagt, daß man auf den nördlichen der westindischen Inseln Bei-spiele von Schnee gehabt habe. Auf der südlichen Hemisphäre fällt diePolargräuze des ausschließlichen Regen-Niederschlags im Meridian desSüdeudes von Amerika und der südlichen Spitze von Neüseelaud mit demParallelkreis von Lat. 48° S. zusammen. Was die gegen den Pol ge-richtete Gränze der auf der nördlichen Hemisphäre liegenden Zone desgemischten (aus Regen und Schnee bestehenden) Niederschlags betrifft, sofolgt sie im Ganzen genommen dem Parallelkreis von Lat. 70° N., bietetaber mehrere Beügungen dar; so in der Alten Welt, wo sie im Meridiandes Nord-Kaps bis auf Lat. 74° hinauf-, in der Neüen Welt unter demMeridian der Labrador-Küste dagegen bis auf Lat. 61° und 60° N. hin-absteigt. Alle diese Angaben zeigen aber, daß die geographische Längekeinen wesentlichen Einfluß auf die Bertheilung des atmosphärischen Nie-derschlages ausübt. Jenseits der nachgewiesenen Polargränze des gemisch-ten Niederschlags erfolgt der Niederschlag nur noch in der Gestalt vonSchnee, der, wie wir in dem vorigen Kapitel gesehen haben, im Meridianvon Spitzbergen unter etwa Lat. 8ü° im Niveau des Meeres die Erd-oberfläche nie verläßt. Auf das Verhalten des Niederschlags nach einerleioder gemischter Form haben in den übereinander liegenden Regionen