so in Darfur, wo sie bis zur Mitte des Dezembers dauert. In Ost-indien hangt sie innig mit dem Wechsel der periodischen Winde zusammen.
Trotz dieser Verschiedenheiten läßt sich jedoch im Allgemeinen anneh-men, daß die nasse Jahreszeit beginnt, wenn die Sonne den Wendekreisdes Krebses tangirt; oft stürzt dann der Regen in Strömen herab undist von schweren Gewittern begleitet, während der Wind zuweilen sehrheftig weht, häufig aber ganz still und die Atmosphäre, mit der obenerwähnten Morgen-Ausnahme, stets voll Wolken hangt. Die Regenzeiterreicht im Allgemeinen das Ende ihrer Dauer, wenn die Sonne in ihremscheinbaren Laufe den Wendekreis des Steinbocks berührt; dann fängt dietrockene Jahreszeit an. Um die Zeit dieses Übergangs von einer Jahres-zeit in die andere findet gleichsam ein Stillstand in der Atmosphäre statt,besonders im April und Mai, wenn das Wetter im Ganzen genommenschon und angenehm ist.
Sind auch der Regel nach die Wendekreise die Gränze der periodischenRegen, so finden doch bedeütende Ausnahmen statt; so zieht sich dieseGränze in der Sahara bis auf Lat. 16° zurück, erhebt sich aber im Nil-lande wieder bis auf den Parallelkreis von Lat. 19°; ja steigt in Hindnstanüber den nördlichen Wendekreis hinaus bis Lat. 25° und zeigt selbst Spu-ren im Indus-Lande bis an den Rand des Himalaya in Lat. 30° 9t.In andern Gegenden der Erde finden sich, besonders gegen die Gränzehin, mehr oder minder einflußreiche Modifikationen; auf Jamaika (Lat.18° N.) z. B. giebt es vier Jahreszeiten, nämlich den Frühlings- odermäßigen Regen im April und Mai, der sechs Wochen dauert; die zweiteJahreszeit ist heiß und trocken und schließt die Monate Juni, Juli undAugust in sich; die dritte ist die stürmische Regenzeit in den MonatenSeptember, Oktober und November; und die vierte Jahreszeit ist die hei-tere und kühle während der Monate Januar, Februar und März. Ebenso herrschen längs der ganzen Küste von Guiana (Lat. 6° N.) zwei Re-genzeiten, aber in andern Monaten als auf Jamaika, denn es fällt diesogenannte kleine Regenzeit in die Monate von der Mitte des Dezembersbis zur Mitte des Februars, und die große in den Zeitraum vom Aprilbis Juni.
Was die Menge des Regens anbelangt, so bestimmt man dieselbe,indem man den erfolgten Niederschlag in einem Gefäß von einem gewissenUmfange aufsammelt, und die Höhe desselben entweder gleich nach jedemRegengüsse mißt, um nicht durch die Evaporation von der gefallenenMenge einzubüßen, oder man stellt diese Messung ein oder mehrere Malim Lauf eines Regentages an. Aber auch die Zahl der Regentage giebt
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