Band 
Erster Band.
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einen Maaßstab zur Beurtheilung der Negenverhältnisse; und so findenwir, daß, wenn auch das Quantum des Regens, welches zwischen denWendekreisen fällt, größer ist als die Regenmenge in den gemäßigtenZonen, die Zahl der Regentage wächst, je weiter man sich vom Äquatorentfernt.

Die Regenmenge, welche jährlich in der heißen Zone fällt, beträgtnach A. v. Humboldt über 70 Zoll, Pariser Maaß. In Guayaquil, imThal von Cumanacoa und zwischen dem Cassiquiare und dem Rio Negroglaubt er sie auf 90 Zoll schätzen zu dürfen. In Georgetown in Guianabetrug das Negenquantum im Jahre 1830 in fünf Monaten 75 Zoll. AufJamaika beträgt das jährliche Quantum im Durchschnitt ungefähr 46Zoll II Linien; in der Havanah dagegen 85 Zoll 8,» Linien; in der süd-lichen Hemisphäre, in Rio Janeiro 55 Zoll 7,- Linien. In der altenWelt haben wir innerhalb der Wendekreise die jährliche Regenmenge ander Sierra-Leone-Küste mit 8V Zoll 11,z Linien; in Bombay 73 Zoll5,2z Linien; auf den Nil Gerries (Lat. 11"'/- N-), 500< hoch, 59 ZollI I,z Linien; in Madras 45 Zoll 9 Linien; in Kandy auf Ceylon 68 Zoll10,7 Linien; in Calcutta 71 Zoll 3 Linien; in Canton, am Rande derheißen Zone 65 Zoll 0,z Linien. Für die Tropenländer von Asien über-haupt schätzt Montgomery Martin das jährliche Regenquantum auf 94bis 198 Zoll. In Aracan (Lat. 20" N.) fiel im Jahre 1830 in dem ein-zigen Monat Juli eine Regenmenge, die nicht weniger als 56'/- Zoll betrug.

Außerhalb der Wendekreise ist die Vertheilung des Regens im Jahreganz anders als in der heißen Zone, die Niederschlüge sind nicht mehrauf besondere Perioden beschränkt, sondern erfolgen das ganze Jahr hin-durch in größerm oder geringerm Maaße. Auf der nördlichen Halbkugel,die in dieser Hinsicht am besten bekannt ist, zeigen sich dabei partielleHyoto-Klimate, die in der Stellung der Küsten, so wie in der Richtungund Länge der Gebirgsketten ihre Bedingung finden. Kämtz hat in die-ser Beziehung aus seinen sorgfältigen Untersuchungen folgende Resultategezogen, die wir unsern Lesern mit seinen eigenen Worten vorlegen: —

1) Die Canarischen Inseln, Madeira und Portugal find ein Gebiet,wo die Sommerregen fast ganz fehlen, wahrscheinlich, weil der aus derSahara aufsteigende heiße Luftstrom den Niederschlag in den obern Schich-ten der Atmosphäre verhindert. Dabei ist das Regenquantum bei weitemgeringer als zwischen den Wendekreisen. Nennt man die ganze Regen-menge, welche an einem Ort das ganze Jahr hindurch fällt, — 100, sokann man die Regenmenge in den einzelnen Jahreszeiten als Prozente an-sehen, und es ergeben sich dann für diese erste Klima-Gruppe folgende Werthe.