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Erster Band.
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sich ausdehnt; so empfindet man den regelmäßigen Seewind dicht an derKüste früher als höher anf dem Meere.

Nach Sonnen-Untergang wird die auf dem Lande ruhende Atmo-sphäre durch Ausdünfinng kälter und übertrifft zu jeder Stunde der Nachtdie über dem Meere stehende Luft an Dichtigkeit; die Folge davon ist,daß eine Bewegung vom Lande nach den verdünnteren Theilen über derSee eintritt, und diese Strömung bildet den Landwind. Dieser Wind istnach der See progressiv, denn er beginnt auf dem Gestade und erstrecktsich allmälig seewärts; in der Nähe der Küste ist er für das Gehör durchdas vermehrte Geräusch der Brandung merkbar.

Diese Land- und Seewinde erstrecken sich an vielen Stellen nur biszu einer geringen Entfernung vom Gestade; an der Küste Malabar aber,wo sie wahrscheinlich mit größerer Regelmäßigkeit als in irgend einemandern Theil der Erde wehen, merkt man ihren Einfluß in der schönenJahreszeit bis auf sechszig geographische Meilen vom Lande.

Wenn das Land bedeutend erwärmt und die Ausdünstung nicht hin-reichend ist, die Temperatur der über dem Boden schwebenden Atmosphärebis zu einem Grade herab,zubringen, der niedriger ist als die Temperaturder anstoßenden See-Luft, so findet kein Landwind Statt, und in diesemFalle weht der Wind meistentheils von der See her. Dies beobachtetman sowvl in der heißen als in der gemäßigten Zone. In England be-merkt man im Sommer, wenn das Wetter beständig und heiter ist, haüfigeinen schwachen Wind von der See her, der mit zunehmender Sonnenhöhestärker wird, Nachmittags, wenn die Land-Luft ihre größte Verdünnungerreicht, am stärksten ist, und mit dem abnehmenden Tage wieder schwä-cher wird. Da in diesem Lande die Ausdünstung des Bodens währendder Nacht nicht hinreicht, die über demselben stehende Atmosphäre unterdie Temperatur der See-Atmosphäre abzukühlen, so wird folglich ein Land-wind nur selten wahrgenommen. Dieser ist innerhalb der Tropen sehrgleichförmig, weil die Temperatur-Unterschiede in der Nacht gering sind.In der Region der Passate ist, als Folge der Regelmäßigkeit des bestän-digen Ost-Windes, an den östlichen Küsten der Seewind weit stärker alsder Landwind, während an den gegen Westen gerichteten Küsten der ent-gegengesetzte Fall eintritt. Auch hat der aüßere Umriß der Küsten we-sentlichen Einfluß auf diese alternirenden Winde; an weit vorspringendenVorgebirgen z. B., die nur wenig Landmasse darbieten, zeigt sich derLandwind nur unbedeütend, oder er fehlt ganz; dagegen ist der Seewindweit stärker; das Gegentheil muß natürlich bei Meerbusen, ihrer gerin-gern Wasserfläche wegen, Statt finden. Da diese Luftströmungen von der