Band 
Erster Band.
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Tages-Kurve der Temperatur abhängig sind, so ergiebt sich von selbst,daß die Zeit ihres Eintritts und ihrer Dauer mit den als Abscissen derKurve geltenden Stunden des Tages korrespvndirt; und da in der Nachtdie Temperatur auf der See und auf dem Lande nahe gleich ist, so herrschtum diese Zeit mehrentheils Windstille, bis der Seewind wieder beginnt.

Spuren von den alternirenden Winden zeigen sich in der gemäßigtenZone, außer dem oben erwähnten Beispiele in England, ziemlich deutlichnoch in den westlichen Gegenden des Mittelländischen Meeres, längs derfranzösischen und italiänischen Küste und bis zur Insel Kandien; und inder kalten Zone sogar bemerkte Scoresby Spuren davon, bei sonst heite-rer, windstiller Witterung, an der Ostknste von Grönland. Verwandtdamit sind die analogen Erscheinungen an den Landseen in der Schweiz,im nördlichen Italien und am Erie-See in Nordamerika.

Die veränderlichen Winde herrschen in beiden Hemisphären von Lat.28° oder 30° bis zu den Polen; in nördlichen Latituden sind es West-und W.S.W., in südlichen West- und W.N.W. Winde. Dies gilt jedochnur vom Meere; auf dem Lande treten, wenn gleich dieselben Normal-richtungen vorwalten, bedingende Thätigkeiten ein, welche dieselbe mehroder minder modificiren.

Die Hauptursache des Vorherrschend der westlichen Winde in hohenLatituden sucht man in der den Passatwinden entgegengesetzten Bewegung,welche die obern Schichten der Atmosphäre nach den Polen haben, die,jenseits der Passatgränzen dichter werdend, zur Oberfläche der Erde Herab-steigen, und von Westen nach Osten wehen, um das von den Passatengestörte Gleichgewicht wieder herzustellen. Denn unmittelbar jenseits derGränzen dieser beständigen Winde findet man die westlichen Luftströmun-gen durchaus vorherrschend. Diese westlichen Winde der hohen Latitudensind Hindernissen und Veränderungen unterworfen, wobei verschiedeneUrsachen wirksam sind, , da der Einfluß der Sonne in den gemäßigtenZonen schwankend und ungewiß ist; allein jenseits der Polarkreise, wodie Atmosphäre großen Temperatur-Oscillationen nicht unterliegt, könnenschwere Kühlten und ein.plötzlicher Wechsel des Windes nicht so oft sichereignen, als unter Parallelkreisen, die einen größer» Abstand von denPolen haben.

Das Verweilen der Sonne in jeder Hemisphäre hat großen Einflußauf die vorherrschenden westlichen Winde in hohen Latituden; im Nvrd-Atlantischen Ocean, zwischen Neü-Foundland und Irland, neigt sich derWind im Sommer durchgängig zur W.S.W. Richtung hin; im Winterdagegen weht er fast beständig aus W.N.W. Im Englischen Kanal