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Erster Band.
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große Ebenen gegen das Meer aus, so werden die niedrigen Ufer einesflachen, karakterlosen Küstenstrichs gebildet. Diese Verschiedenheit istwichtig, denn auf ihr beruht die größere oder geringere Leichtigkeit derAnlage von Häfen, die an Steilküsten oft aus der Hand des Schöpfersunmittelbar hervorgegangen sind, während sie an Flachküsten mit demgrößten Aufwand an Kräften erst erbaut werden müssen.

Die Tiefe, welche das Meer zu erreichen vermag, ist uns nur sehrunvollkommen bekannt, weil es in den meisten Gegenden der Erde nochan hinreichenden Untersuchungen fehlt, und die Mittel, deren man sichzur Erforschung derselben bedient hat, ihrem Zweck nicht vollkommen ent-sprechen. Die große Unkenntnis; des Seebodens, sagt Zeüne, liegt theilsim Nichtwollen, theils im Nichtkönnen des Menschen. Der Mensch istein Geschöpf des Landes, und Undinxnö bewegliches Reich erfüllt ihnmit einem gewissen, unheimlichen Schauder. Da Dampier zuerst daraufhingedeütet hatte, daß einer hohen steilen Küste immer ein tiefes Meerentspreche, so hegte man lange die Ansicht, daß zwischen der Tiefe desMeeres und der Erhebung des Festlandes eine gewisse KorrespondenzStatt finde, und die eine nicht größer als die andere sein werde. DieseMeinung hatte namentlich Buffon aufgenommen, und spätere Naturfor-scher glaubten daher als das Wahrscheinlichste, daß die ansehnlichste Tiefedes Meeres der Höhe der höchsten Berge entsprechen werde; so glaubtees u. A. Kant, und Otto trat dieser Ansicht in gewisser Beziehung bei.Vorausgesetzt also, sagt er, daß die Tiefe des Meeres mit der Höhe derBerge in gleichem Verhältniß stehe, so müßten, da diese sich um denÄquator befinden"), hier auch die größten Tiefen sein, so müßte dieTiefe des Oceans gegen den höchsten Berg Chimborasso am meisten, undetwa 3220 Klafter betragen (nach Bougnerö Messung des Chimborasso);so müßte ferner der tiefste Grund eine Richtung haben, die mit der Ketteder Cordilleren fast parallel liefe, und nahe an Peru und Chili liegen^)rc. Allein, wenn auch dieser Satz von großen Ländern gelten mag, be-merkt Förster, so leidet er doch im Großen Ocean und an mehreren Or-ten mancherlei Ausnahmen. So paßt z. B. jene Regel auf Neüseeland,Neükaledvnien, die neüen Hebriden und das Feüerland, an deren steilenKüsten die Tiefe des Meeres bis dicht aus Land beträchtlich ist. Gleich-wol fanden wir außen vor dem südlichen Eingänge der Dusky-Bai mit

") Es ist nicht zu übersehen, daß Otto im Jahr 1800 schrieb.

"*) Im Parallel von Lima etwa (Lat. 12° S.) ist die größte Tiefe, zehndeutsche Meilen vvm Lande, ioü Faden gemessen worden.