Cilftes Kapitel
Färbung de» Mcerwaffcr« und seine Durchsichtigkeit. Leuchten de» Meere«. Dein Salzge-halt. Specifische Schwere des Meerwasser» in verschiedenen Gegenden der Erde. Gestaltder Meeresoberfläche. Niveau-Verschiedenheiten derselben. Bewegungen de« Meere«: DieGezeit«», oder Ebbe und Fluth; Wirbel; Wellen.
Ob das Meerwasser eine eigentliche Färbung besitze, ist von vielenNaturforschern bezweifelt worden. Förster namentlich glaubte, das Meersei wie alles Wasser eigentlich farblos, und was man von Färbung inihm sähe, nur durch Widerspiegelung des Himmels erzeugt. Wenn nungleich dieser Reflex und die verschiedene Richtung, nach welcher wir sehen,dann auch die wechselnde Bewegung des Meeres viele Farben-Modifika-tionen, welche ihm nicht eigenthümlich sind, herbeiführen muß, so ist esdoch sehr wahrscheinlich, daß die Meinung nicht in ihrer ganzen Aus-schließlichkeit angenommen werden kann. Humboldt und Scoresby, welchebeide diesen Gegenstand, jener in den Tropenmeeren, dieser im nerv-lichen Eismeere, großer Aufmerksamkeit würdigten, kommen wenigstensdarin überein, daß dem Meere wirklich eine eigenthümliche Färbung zu-geschrieben werden müsse, welche nur erst beim Anblick großer Massen,daher vorzugsweise im offenen Ocean deütlich hervortreten. A. von Hum-boldt fand, daß wenn man das Meer fernhin durch eine enge Öffnungbetrachtete (Scoresby bediente sich einer langen Rohre dazu), welche denEinfluß der seewärts auffallenden Sonnenstrahlen ausschließt, man einwunderschönes Ultramarin zu sehen pflegt; Versuche mit dem Kyanometerüberzeugten ihn, daß es oft viel dunkler als das Blau des Himmels ist,(bei schönem Wetter sah er 33° bis 38°, bisweilen sogar 44°, wenn dasHimmelsgewölbe sehr blaß war und kaum 14° oder 15° des Kyanometers