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Boden des Meeres Wasser zu erhalten; eine Verbesserung, welche vonParry und andern Reisenden mit Erfolg benutzt worden ist.
Örtliche und rein momentane Verhältnisse können allerdings eineVeränderlichkeit der allgemeinen Regel hervorbringen, und dahin gehörennamentlich Verdunstung auf der Meeresfläche oder heftige Regengüsse.Die erstere, welche durch größere Hitze entsteht, muß verstärkend auf denSalzgehalt wirken; so fand Hörner hauptsächlich an solchen Stellen größereSalzigkeit, an welchen große Flächen von Seetang liegen, durch dessenBlätter und schwimmende Stengel sich das Wasser wie über die Sprossender Gradirhaüser drängt. In der Fucus-Bank von Corvo ward dieSchwere des Wassers bis zu erhöht, eine Größe, welche außerhalbderselben im Atlantischen Ocean nicht vorgekommen war.
Daß starke Regengüsse die Oberfläche des Meeres specifisch leichtermachen können, hat schon Bergmann gezeigt. Nach seiner Angabe istdas Meer an der Küste von Cumberland in dürrer Zeit fast um ein Pro-cent (v,z) salziger als bei nassem Wetter; ja an der Küste Malabar sollzur Zeit, in welcher die periodischen Regen sich mit furchtbarer Heftigkeitergießen, das Meer fast trinkbar werden. Auch Hörner machte unterLat. 4° N. im Atlantischen Ocean die Bemerkung, daß ein sechsstündigerheftiger Regen die specifische Schwere des Wassers merkbar verringerthatte.
Ein anderer störender Einfluß auf die Schwere des Seewaffers wirdin hohen Latituden durch das Schmelzen der Eisschollen ausgeübt, welche,wie wir weiter unten sehen werden, meist aus gefrornem süßem Wasserbestehen. Marcet fand, daß unter Umständen dieser Art die Wasserpro-ben von der Oberfläche immer einen geringeren Salzgehalt als die ausgrößer» Tiefen anzeigten. Er gründete darauf eine sinnreiche Kombi-nation für die Seefahrer, welche den Pol zu erreichen streben; solltendiese nämlich finden, daß unter höhern Parallelen der Salzgehalt aufder Oberfläche zunimmt und gleichförmiger wird, so würde sich darausschließen lassen, daß in diesen Regionen keine ausgedehnten Strecken desMeeres mit Eis belegt gefunden werden dürften.
Auf die geringere Schwere des Meerwassers wirkt auch bedeütend dieNähe der Mündungen großer Flüsse. So ist in dem Busen, welchen derRio de la Plata an seinem Ausflusse bildet, das Meer viele Meilen weittrinkbar. An der Mündung der Elbe zeigt sich eine analoge Wirkungzur Zeit der Ebbe, während dagegen zur Fluthzeit das Salzwasser sechsd. Meilen, bis in die Gegend von Glückstadt, hinaufsteigt. Marcet fandüberhaupt, daß der Einfluß der Küsten und des von ihnen ergossenen