Band 
Erster Band.
Seite
452
JPEG-Download
 

452

Meer dagegen, obwol eingeschlossen und schmal, aber langgestreckt vonOst nach West, bildet, wie in seinem Mvean, so auch in dem Phänomender Gezeiten eine Anomalie, denn in ihm und selbst im AdriatischenMeere findet eine den Mondbewegnngen und Phasen folgende Ebbe undFlnth Statt, die aber in Hinsicht aus die Größe des Steigens und Fül-lens des Wassers nur gering ist. Nach Scaccia's Beobachtungen undZusammenstellungen beträgt der ganze Unterschied der Veränderung imWasserstande: —

Mittelländisches Meer:

Pariser Fuß.

Bei Terracina.

Im Adriatischen Meere, am Porto di Primero (Po) .

— bei Magnavaca.

— bei Comacchio (hoher im Lande)

— bei Lolano.

An der Mündung der Piave in den Syzygien der Tag-und Nachtgleichen.

Ebendaselbst in den Syzygien der Sonnenwende . . .

Im Hafen von Zante .

Im Hafen von Corfu.

Bei starken südöstlichen Windstößen wird indessen das Meer wol v,»z bis -0,4g Pariser Fuß über die Kaien von Venedig getrieben, welche selbst 0,9,

Fuß über der Fluthmarke der Tag- und Nachtgleichen liegen. An derKüste von Ägypten, und zwar am Pelusischen Nilarm, beträgt, wie wiroben gesehen haben, der Unterschied 1,0z Pariser Fuß.

Einer der allgemeinsten Einflüsse der Küsten auf die Erscheinungender Fluth in offenen Meeren ist der, daß die gegen Osten dem Meereausgesetzten bei weitem stärkere Fluthen haben, als die gegen Westen ge-legenen. Der Grund davon ist einfach darin zu setzen, daß, da der Mondsich von O. nach W. um die Erde bewegt, die Welle der Fluth gleichfallsin derselben Richtung fortschreitet. Es muß daher das Wasser, wenn esin W. Widerstand findet, stark gegen den vorgelogenen Damm der Ost-küsten andrängen und länger daselbst verweilen, weil es nur der ihm im c

offenen Meere mitgetheilten Bewegung gegen West entgegengesetzt nach (

O. abfließen kaun; an den Westküsten dagegen ist dies Verhältniß umge-kehrt. Die ganze Ostküste von Amerika giebt hiervon ein ausgezeichnetesBeispiel. Die folgende Tabelle enthält die Flnthhöhen-Einheit an ver-