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Erster Band.
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senkrechter Höhe, rollt mit furchtbarem Getöse als Vorbote der Flnth imStrombette empor und reißt auf seinem Wege Alles, was sich ihm ent-gegenstellt, unwiderstehlich mit sich fort. Am Tage sieht man die Welleschon in großer Entfernung, und in der Nacht verkündet das Brausen derFluthen ihre Annäherung. Wenn sie bei Calcutta anlangt, so steigt sieaugenblicklich bis zur Hochwasser-Marke der Nippfluth, aber es bedarf,wenn sie das Mapimum ihrer Kraft erreicht hat, eben so nur eines Mo-ments, um fast bis auf die Ebbmarke zurückzufallen, was mit großemUngestüm geschieht.

Alle Flüsse, welche sich in's offene Meer ergießen, nehmen, wenn dieFluth beginnt, durch die Stauung des Wassers eine rückgängige Bewegungan und fließen dann, wenn die Ebbe eintritt, mit vermehrter Schnellig-keit ab. So z. B., außer dem Ganges,, auch die Elbe, in welcher dieserRückfluß oft bis 2v d. Meilen landeinwärts, 5 d. Meilen oberhalb Ham-burg, wahrgenommen wird; eine Erscheinung, welche der Schifffahrt vonsehr großem Nutzen ist, weil die Doppelbewegung den Strom tief hältund das Auf- und Abwärtssegeln begünstigt. Nach den aus mehrjährigenBeobachtungen über diese Verhältnisse an der Elbmündnng bekannt ge-wordenen Daten steigt die Fluth in jener Gegend an der Küste im Mittel9'/» Fuß, indem sie in den Quadraturen nur 8, ist den Syzygien dagegenetwa 11'/- bis II ^ Fuß erreicht. Stromaufwärts geht sie mit einerGeschwindigkeit von 18 bis 19 Minuten auf die Meile und gelangt in4^ iv"- nach Hamburg, wo sie noch t»^/» Fuß Höhe erreicht. Das auf-gestauete Wasser, verbunden mit der Richtung des Stromes, fließt zurEbbezeit schneller ab, als es gekommen war, und hat außerhalb der Mün-dung in der Periode zwischen Ebbe und Fluth einen Stillstand von etwa

Stunde; eine Pause, welche muthmaßlich durch das Nachdringen desElbstromes so sehr vergrößert wird, da der Regel nach die Ruhe der Ebbesowol als Fluth nur wenige Minuten dauert. Ganz ähnlich sind dieNiveau-Verschiedenheiten auch'an. der ganzen nvrddeütschen Küste, nurdringt in die Flüsse der Weser und Ems die Fluth verhältnißmäßig nichtso weit hinein, als es bei der Elbe der Fall ist, denn sie münden mehrin der Richtung von Süden nach Norden, da doch die Fluth aus demoffenen Meere von N.W. heranzieht. In der Weser steigt sie deshalbgewöhnlich nur bis Vegesack, etwa 9 d. Meilen von der Mündung; inder Ems bis nach Halte, unfern Papenburg, 8 d. Meilen aufwärts.Folgende Größen geben die Höhe der gewöhnlichen Fluth an verschiedenenPunkten der Elbe und Weser.