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Erster Band.
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Stromes, aber mit weit größerer Intensität, weil die Strömungen daselbstviel stärker sind. Wenn überdem die Mündung eines Landstroms, wiebei dem Amazonen-Strom, sehr breit ist und sich die Ufer rasch zusammenziehen, so muß eine merkliche Niveau-Erhöhung die nothwendige Folgedavon sein. Der Kapitain eines Schiffes, welches in den Umgebungendes Kap Nord im Jahre 1825 Schiffbrnch litt, will die Fluthwelle 30 Fußhoch gefunden haben, was gegen La Condaminc's Beobachtung um dieHälfte größer ist. Dieser Unterschied beruht wahrscheinlich auf der Ver-schiedenheit der Jahreszeiten: jener Kapitain war im Monat April imAmazonen-Strom zu einer Zeit, wo die Wasser ihre größte Höhe errei-chen, Ln Condamine dagegen in den ersten Tagen des Januar, wann dieErhebung der Wasser erst zu beginnen pflegt. Man hat, um das Phäno-men der Pororoca zu erklären, gesagt, daß die Mündungen des Amazonen-Stromes svwvl die von Ost kommende Strömung als auch das vomNordpol fließende Wasser auffassen; allein diese Angabe beruht auf einerirrigen Vorstellung von dem Lauf und der Ausdehnung der Meeresströme,unter denen der kalte Strom der arktischen Regionen weit entfernt bleibt,die Amazonen-Mündungen zu erreichen.

Ähnliche, wenn gleich viel kleinere Erscheinungen zeigen selbst unsereeüropäischen Flüsse; so namentlich die Dordogne bei ihrer Mündung indie Gironde, in welche zuweilen bei hoher Springflut!) eine breite Wellemit Heftigkeit auswärts strömt; sie ist unter deiü Namen des Mascaretbekannt. Ein der Pororoca ganz ähnliches Phänomen findet sich aberim Hugly, der westlichen Strom-Mündung des Ganges, wo es Bore ge-nannt wird. Während des Nordost-Monsuns wird der Bore selten wahr-genommen, außer wenn Ebbe und Fluth höher als gewöhnlich sind; amhöchsten aber und zuweilen sehr gefährlich ist er im März um die Zeitder Frühlings-Nachtgleiche. Vom Mai bis zum Oktober, in welchen Mo-naten der Strom seinen hohen Wasserstand hat, herrscht der Bore haüfigmehrere Tage lang zur Zeit, wenn die Fluth ihre größte Höhe erreicht;zuerst gewahrt man ihn auf dem Diamond Sand, unterhalb DiamondHarbvur; dann wird er auf den Sandbänken an der Hugly-Spitze, welcheeinige Meilen weiter aufwärts liegen, stärker und stößt hier an der plötz-lichen Westkrümmung des Stromes auf einen großen Widerstand; mitunwiderstehlicher Gewalt stürzt er über alle Sandbänke und erreicht inkaum 4 Stunden die Stadt Hugly, welche an 18 deütsche Meilen oberhalbder Mündung liegt, so daß die Fluthwelle fast 5 d. Meilen in einerStunde zurücklegt. Auf den Sandbänken, welche längs der Flußufer sichausbreiten, steigt der Bore als eine Wassermauer von 12 bis 15 Fuß