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thümlichkeit des Kanals de la Manche bat der Hafen von Londonden großen Vortheil zu danken, daß die von Norden und von Südenkommenden Schiffe gleichzeitig mit derselben Fluth in ihn einsegelnkönnen.
Stoßen diese zwischen Inseln und Kanälen zusammengedrängten Fluth-wasser auf submarine Klippen, oder sehr schmale Ausgänge, so geben sieVeranlassung zu wirbelnden Strömungen, welche unter dem Namen derMeeresftrudel bekannt sind. Die den Alten so fürchterlichen Strudel derScylla und Charybdis in der Straße von Messina, der Ehalcidische Stru-del in der Meerenge zwischen Negroponte (Eüböa) und dem festen Landevon Griechenland, sind solche durch die Einwirkung der Gezeiten sehr ver-wickelte Stromwirbel, bei denen die vor- und rückstießenden Gewässerunaufhörlich gegen einander treiben, und sich besonders bei manchen Win-den (in der Straße von Messina beim S.O.) mit großer Heftigkeit be-kämpfen; hier soll man nach dem Neümonde an einem Tage II bis 14Mal Ebbe und Fluth Schlag auf Schlag verspüren. Bei dem gegenwär-tigen Zustande der Schifffahrt haben diese einst so gefurchtsten Strudelder Scylla und Charybdis sehr an Wichtigkeit verloren; als Nelson imJahre 1798 nach Abukir schiffte, segelte er mit seiner ganzen Flotte unge-fährdet durch die Meerenge von Messina.
Sehr reich an Wirbeln ist auch die zerrissene Morden- und Insel-küste von Norwegen, und unter ihnen der Mal- oder Mosköe-Strom imLofoden Archipelagus unter Lat. 68° N. der bekannteste und ausgezeich-netste. Das Wasser drängt sich hier durch einen engen Kanal zwischenzwei Inseln und bildet, da es nicht schnell genug hindurch kann, einenrauschenden Wasserfall, welcher abwechselnd nach S. und N. stürzt, undim Fortschießen von den entgegengesetzten Ebben und Fluchen in Wirbelgedreht wird. Ganz derselbe Fall tritt auch in den Faröer ein; Berg-mann nennt dort einen Felsen, den Stamböe-Mönch, um welchen einheftiger Wirbel in vierfachem Schneckengange laüft. Ähnliche Strudelfinden sich im Bothnischen Meerbusen, im Long Island Sunde; überhauptwerden sie an alten ausgezackten Küsten mehr oder minder haüfig sein,man hat sie nur weniger beobachtet.
Zu diesen Bewegungen des Meeres gesellt sich noch die unregelmäßigeWellen-Bewegung desselben, welche ihm durch die Einwirkung des Windesmitgetheilt wird. Sie besteht in einem pendelartigen Schwingen desWassers, in welchem der Wind die Oberfläche erhebt, bis das Wasser siedurch eigene Schwere sich zu überschlagen oder in sich selbst zurückzustürzengenöthigt wird.