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den Erdgleicher abermals durchschneide, um in nördlichen Latituden gegendie Küste von Südamerika zu ziehen. Die Lage dieser Kurve ist nichtkonstant, sondern abhängig von den Jahreszeiten.
In den bisherigen Untersuchungen ist nur von der Temperatur derauf dem Meere ruhenden Luft die Rede gewesen; wir kommen jetzt zurBetrachtung der Wärme des Meeres selbst, und zwar an seiner Ober-fläche, wo wir zunächst das gegenseitige Verhältniß beider Temperaturenins Auge zu fassen haben. Es fragt sich, ist das Wasser der Meeres-fläche wärmer oder kälter als die Luft? Bei Beantwortung dieser Frageist der Instand des Meeres wobt zu beachten, ob es sich in Ruhe oderin Bewegung befinde, indem unter dieser letztem diejenige Bewegungausschließlich verstanden wird, welche eine Folge von Meereeströmen ist.
Die Mittelzahl aller Beobachtungen, welche A. von Humboldt an-stellte, zeigte, daß die Temperatur der Meeresfläche, außerhalb des Ein-flusses von Strömungen, im Ganzen stets etwas höher ist als die mittlereTemperatur der Atmosphäre. In der heißen Zone des NordatlantischenOceans fand der berühmte Reisende zwischen Lat. 46'/z° bis ll° N. dieMaxima im Meere 22°,5 bis 25°,», während das gleiche Mittel der Lufthier 22 ° und 25°,. bis 25 ",5 betrug. Peron stellte auf der BaudinschenReise täglich vier Mal Beobachtungen am Thermometer an, und fand,daß die Temperatur des Wassers im Mittel etwas höher sei als die Tem-peratur der Luft, in welchem Parallel man sich auch befinden möge, zumwenigsten sah er keine Ausnahme von dieser Regel in der Zone zwischenLat. 49° N. und 45° S. Eben dasselbe scheint aus den Beobachtungenhervorzugehen, welche Hr. Meyen auf der zweiten Erdumschiffung derPrinzeß Louise mit dem ausdauerndsten Fleiße angestellt hat. Gegendiese Zeügnisse ausgezeichneter Beobachter sprechen aber die ältern Wahr-nehmungen von Jrving und Förster, und die neüern von Kotzebne, diegerade das Umgekehrte, nämlich eine höhere Luftwärme gefunden haben;ein Resultat, welches ich für die heiße Zone des Atlantischen Oceans undüber diese hinaus, zwischen Lat. 35° N. und 2 ü° S. vollkommen be-stätigt finde, während in der gemäßigten Zone das Wasser wärmer alsdie Luft ist. Die weiter unten folgende tabellarische Übersicht der Tem-peratur des Atlantischen Oceans weiset dieses Verhältniß bestimmt nach.Luft und Meer stehen aber in so inniger Wechselwirkung, daß der Unter-schied zwischen den Temperaturen beider Fluida, stets unter Berücksich-tigung des Zustandes der Ruhe, im Durchschnitt höchstens auf -ss 4°,»gesetzt werden kann; und hieraus folgt der wichtige Schluß, daß es ziem-