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Erster Band.
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daß Meerwasser in großen Tiefen anch bei unter dem Gefrierpunkt lie-genden Temperaturen nicht in den Zustand des Eises übergehen könne,weil der ungeheüre Druck, welchen es hier erleidet, ihm keine Ausdehnungverstattet; die Versuche mit Wasser, das man in Bomben dem Gefrierenaussetzte, geben einen guten Beleg dazu. Mit Recht bemerkt auch Par-rot, daß so große Massen leichten Eises, als die Eisschollen bilden, un-möglich auf dem Meeresgrunde entstehen konnten, da sie sich viel früherhätten losreißen müssen. Besonders wichtig aber ist der Grund, welchenDavy dagegen anführt; es ist nämlich aus dem Eingänge dieser hydro-graphischen Umrisse bekannt, daß das Wasser bei einer Temperatur vonetwa fl- 4 °,t Centigrade seine größte Dichtigkeit hat; es muß also stetsniedersinken, wenn es sich dem Gefrierpunkte nähert, und sobald sich Eisbilden wollte, würden es die wärmern niedersinkenden Ströme stets wie»der schmelzen müssen. Anch A. von Humboldt hat ffich aus ähnlichenGründen wider diese abweichende Ansicht erklärt.

Das Gefrieren im Meerwasser, das Vorkommen der Eisschollen inhohen Breiten bieten noch viele eigenthümliche Erschunungen dar, welchefür die Kenntniß jener Gegenden der Erde von hohem Interesse sind;wir verdanken über diesen Gegenstand zuerst besonders Förster eine aus-führlichere Nachricht; neüerlichst sind wir indeß durch Roß, Parry undbesonders durch die fleißigen Forschungen von Scoresby zu einer vorzüg-lichen Kenntniß der merkwürdigen Phänomene gelangt, welche damit ver-bunden sind.

Zunächst ist unstreitig die Beobachtung von großem Interesse, daßalle die Eismassen, welche sich im Meere befinden, aus gefrvrnem süßemWasser bestehen; Marcet waren viele Proben aufgethauter Eisstücke durchParry überbracht worden, und er fand darunter Wasser von 10000 Ge-wicht; ein Fall, welcher indeß nur als eine Ausnahme zu betrachten ist,denn gewöhnlich ist ein sehr schwacher Salzgehalt darin, der jedoch ent-schieden mehr mechanisch als chemisch mit dem Eise verbunden ist, unddurch Auswaschen davon getrennt werden kann. Schon Nairne hatte,durch diese Erscheinung aufmerksam gemacht, durch Versuche gefunden,daß das Meerwasser beim Gefrieren seinen Salzgehalt größtenteils fah-ren läßt; auch Marcet fand es bestätigt, er sah immer, wenn er Meer-wasser unter der Luftpumpe oder in erkaltenden Mischungen gefrierenließ, etwas Flüssigkeit zurückbleiben, welche eine fast gesättigte Salzlaugewar; auch Scoresby fand, daß, wenn der Schaum der Meereswellen aufden Schiffen der Grönlandsfahrer gefriert, immer noch etwas Wasserungefroren daneben bleibt. — Die Temperatur des Gefrierens ist zugleich