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Erster Band.
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mit Kochsalz, schwefelsaurer Kalkerde und salzsaurer oder schwefelsaurerMagnesia geschwängert ist. Noch eine Ursache der Meeresströme rührtvon der Veränderlichkeit des Luftdrucks her. Die unregelmäßigen Schwan-kungen des Barometers verbreiten sich bekanntlich nicht immer gleichför-mig: das Barometer kann an einem Orte steigen oder stehen bleiben,während es am andern fällt, oder umgekehrt. Geschieht dies nun gleich-zeitig an den gegenüberliegenden Küsten eines Binnen-Meeres, so wirddie Wasserfläche dieser Verschiedenheit des Drucks, von welchem sie affi-cirt wird, nachgeben; wo das Barometer sinkt, wird sie steigen und um-gekehrt. Da Quecksilber etwa dreizehn Mal schwerer als Meerwasser ist,so wird auch die Größe dieser Bewegungen ungefähr in demselben Ver-hältnisse stehen; mithin wird l"' Sinken des Barometers von 13'" Stei-gen des Wassers begleitet sein, und betragen die Differenzen einen Zoll,so wird ein Steigen von mehr als 1 Fuß erfolgen. Dergleichen Schwan-kungen hat man oft bei stillem Wetter an den Küsten der Ostsee gesehen,und Schulten hat gezeigt, daß sie durch solche Ursachen sehr wohl erklärtwerden können. Ja, Admiral Klint, der genaue Kenner des BaltischenMeeres, sagt, daß die aus den Barometer-Differenzen entspringendenVeränderungen im Steigen und Fallen des Wassers sogar bis auf 4 und5 Fuß gehen und die Geschwindigkeit des Stroms, welche daraus herzu-leiten ist, in der Mitte der Ostsee bisweilen ssz bis deütsche Meile inder Stunde, und in engen Sunden, wie in dem nördlichen und südlichenQuark, im Sunde und in den Besten 1 bis l'/z Meile die Stunde, unddarüber beträgt. Hieraus erklärt man sich die merkwürdigen Phänomene,welche nicht selten eintreffen, daß nämlich das Wasser aus dem Kattegatin die Ostsee hineinströmt, so wie das der Ostsee in den Rigaischen,Finnischen und Bothnischen Meerbusen steigt, und zuweilen auch in denMälarsee fällt. Dieselbe Ursache wirkte ohne Zweifel bei der Sturmflnthmit, welche am 18. November 1824 Petersburg überschwemmte.

Wie die Luftströme aus der Verschiedenheit der Wärme entstehen,so kann man auch sagen, daß diese Verschiedenheit indirekt und direktdie Hauptursache der Meeresftröme sei: mittelbar weil die regelmäßigenWinde der Äquatvrialzone die oceanischen Wasser vor sich her treiben;unmittelbar, weil der in den Tropengegenden in Folge stärkerer Ver-dunstung erzeügte Abgang an Wasser durch das Zuströmen der kaltenWasser der Polar-Regionen ersetzt wird. Und so sehen wir denn aber-mals, daß die Wärme eine Hauptrolle in den Lebenserscheinungen desErdkörpers spielt, wir sehen, daß Lust- und Meeresströme in der innigstenWechselwirkung stehen.