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Erster Band.
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welche die Lust von den Polen nach dem Äquator treibt, auch dieselbeWirkung auf die Wasserhülle ausüben, daß demnach zu beiden Seitendes Gleichers eine Wasseranhaüfung Statt finden werde, welche ihrenKreislauf in westlicher Richtung rund um die Erde von Ewigkeit zuEwigkeit fortsetzen müßte. Es würde dies nicht, wie Rennell zu ver-muthen schein?, blos der Effekt der Luftströme, namentlich der Passat-winde sein, sondern in der That auch aus der Wärme-Verschiedenheitder Äquatorial- und Pvlarzvnen entspringen, weil, um noch einmal daranzu erinnern, durch die größere Wärme die verdunstete, daher verminderteWasserfläche am Äquator ersetzt werden muß, wenn das Gleichgewichtaufrechterhalten werden soll. Da aber, fährt Rennell fort, die Erdober-fläche aus Land und Wasser besteht, und das Land in eine endlose Manch-faltigkeit von Formen und Stellungen zerlegt ist, so wird die Bewegungdes Wassers, welche in dem vorausgesetzten Falle sanft und ununter-brochen sein würde, auf verschiedene Weise gebrochen, und das Wassernach Richtungen geworfen, welche von der Stellung der Hindernisse, aufwelche der Stoß erfolgt, nvthwendigerweise bedingt sind. So entstehen dieverschiedenen Meeresströme, die daher auch im Atlantischen Ocean manch-faltiger sein müssen als im Stillen Ocean, weil er im Verhältniß zudiesem nur schmal ist und zwischen der Alten und der Neüen Welt gleich-sam ein großes Thal bildet, dessen Ränder in die vielartigsten Formenzerspalten sind.

Wir betrachten zuerst die Strömungen des Atlantischen Oceans,deren verwickeltes System zuerst von A. von Humboldt, und in neüesterZeit von Rennell, in dem schon oft erwähnten großen Werke, klar dar-gestellt worden ist. Wir folgen dem letzter» wörtlich.

Zwei Seestrome, welche aus dem Indischen Meere, der eine durchden Kanal von Mozambique längs der Südostküste von Afrika, der andereunmittelbar von dem hoben Meere, herabziehen, vereinigen sich dem KapPadron (Long. 24" O. Paris) gegenüber und wahrscheinlich nahe amRande der Nadelbank, die sich in dieser Gegend nicht über vierzig geogr.Meilen vom Gestade erstreckt. Von diesen Strömen ist der nördliche,aus dem Mozambiquer Kanal kommende, bei weitem der stärkste. SeineRichtung ist bis zur ersten Natalspitze, die in Lat. 32° 20'S. beginnt, S.40° W., von wo sie sich auf den Lauf nach Kap Padron und Kap Re-cife, etwas mehr nach S. beugt, weil die Küste Natal bis dahin einemehr Nord-südliche Direktion annimmt. Der östliche Seestrom kommtin der Richtung W. 15° S. aus dem Indischen Meere unmittelbar herund läßt sich bis zum Meridian von Long. 53° O. in Lat. 25° S. ver-