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Nordpolar-Becken, sagt Walker, ist ein kreisförmiger Raum, für dessenMittelpunkt der Pol und der Parallel des 71° als Umkreis angesehenwerden kann. Von der nordwestlichen Spitze Lapplands längs der nörd-lichen Gestade von Europa und Asien wird das Eismeer von der Küstein einer regelmäßigen Kurve von etwa 180 Längengraden bis zur Beh-rings-Straße eingefaßt. Die nördlichen Gegenden von Amerika an denGestaden des Eismeeres sind zwar noch unvollkommen bekannt, doch läßtsich so viel annehmen, daß eine Verbindung zwischen dem AtlantischenOcean und dem Eismeere in der Gegend zwischen dem Kap Farewell,der Südspihe von Grönland, und Labrador Statt findet; folglich kannes nur drei Passagen in das Polarbecken geben: eine vom Stillen Oceandurch die BehringSstraße, die zweite zwischen Norwegen und Grönlandaus dem Atlantischen Ocean und die dritte zwischen Grönland und Amerika.Durch die BehringSstraße fließt aber eine Strömung aus dem GroßenOcean in das Eismeer, und eine andere längs der westlichen Gestadevon Nordeüropa nach Spitzbergen. Diese aus dem Süden kommendenStröme haben meistens eine höhere Temperatur als die auf ihnen ruhendeLuft, und die Dünste, welche von ihrer Oberfläche aufsteigen, bringen dieNebelbänke und den Reif hervor, welche in diesen Gewässern der Schiff-fahrt ein so großes Hinderniß entgegenstellen. Außer diesen zwei Strö-mungen nimmt das Eismeer eine ungeheüere Menge süßes Wasser undEis von den in dasselbe sich ergießenden Landflüssen auf. Auf der Nord-küste von Amerika führen der Mackenzie- und der Kupferminenfluß dieWassermassen zahlloser Seen und Lachen ab, und im Norden von Eüropaund Asien entladen wol zwanzig bis dreißig große Flüsse ihre Wasser indas Polarmeer, darunter die Dwina, Petschora, der Ob, Jenissei, dieLena, Jana, Jndigirka, Kolima u. s. w. Alle diese Flüsse haben eineRichtung, welche gegen den Pol oder die Achse gerichtet ist, um welchedie tägliche Rotation erfolgt. Das Wasser, welches sie in das Eismeerausschütten, wird auf eine doppelte Art bewegt, erstlich in nördlicherRichtung nach dem Stoße, den sie anf ihrer Normaldirektion empfingen,und zweitens in einer Richtung, die als Folge der Umdrehung der Erdeum ihre Achse auf jener senkrecht steht. Durch die Küstenformen veran-laßt, nimmt aber diese Parallelströmung zwei einander entgegengesetzteRichtungen an, indem sie sowol gegen Osten als gegen Westen fließt;auch ist sie wenigstens an gewissen Stellen nach den Jahreszeiten ver-schieden. Die Strömung des Sibirischen Eismeeres vom Swjatoi Noss(Lat. 73° N., Long. 13»° O.) bis zur kleinen Insel Koljutschin (Lat.67° 25' N., Long. 182'^° O.) hat im SomMer die Richtung von O. nach
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