Band 
Erster Band.
Seite
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zieht; diese dauert fort, bis man das Vorgebirge in W.N.W. 270 Meilenvor sich hat. Dann nimmt die Strömung eine nordöstliche Richtung an,d. h.: man befindet sich im Golfstrom, der sich mit einer Geschwindigkeitvon 33 bis 34 Meilen innerhalb vier und zwanzig Stunden bewegt, wasbis auf wenigstens 150 oder 155 Meilen vom Lande anhält, wo maneiner andern Strömung begegnet, die sich nach S.g.W. wendet, und ineiner Entfernung von 12 bis 15 Meilen der Küste folgt, indem sie vonder Gestaltung der letzter» Modifikationen erleidet. Diese Strömung,welche als ein Gegenwirbel des Golfstroms betrachtet wird, geht nachMaaßgabe der Konfiguration der Küste mehr oder weniger nachS.W. Das Dasein einer Gegenströmung auf der oceanischen Seite desGolfstroms wird nicht allein noch von andern Berichterstattern bei Blunt,sondern auch von sehr vielen Zeügnissen, welche Nennell gesammelt hat,auf das entschiedenste bestätigt, nicht minder giebt eine aufmerksame Re-vision der Tagebücher der Preüßischen Seehandlungsschiffe auf ihrenFahrten nach und von Nordamerika zahlreiche Thatsachen zur Bekräf-tigung der Existenz dieses Phänomens. Nennell schreibt dasselbe dergroßen Krümmung zu, welche der Golfstrom in seinem östlichsten Theilegegen die Azoren dergestalt macht, daß er die beiden westlichen Inselndieses Archipelagus, Corvo und Flores, umgürtet und eine große MengeWassers in dieser Gegend des Atlantischen Oceans ausschüttet, die nunauf der Südseite des Golfstroms längs der Bermuden nach den Bahama-Jnseln zurückkehrt. Diese Gegenströmung ist im Ganzen genommenschwach; doch kann ihre Geschwindigkeit zuweilen bis auf- 1'" in 1^anwachsen.

Wenden wir uns zur Betrachtung der Temperatur des Golfstroms,so weiset die Geschichte der physikalischen Wissenschaften nach, daß Ben-jamin Franklin es war, welcher, als er im Jahr 1775 von Nordamerikanach Eüropa segelte, die große Wärme dieses Stromes zuerst bestimmte.Es ist ein großartiges Schauspiel, das Wasser des Caribischen Meeresund des Mexikanischen Golfs, welches unter dem Einfluß einer tropischenSonne in einem hohen Grade erwärmt wird, in Regionen getragenzu sehen, welche nach ihrer Stellung in den Parallelkreisen und Meri-dianen einer ganz anderen Temperatur angehören, ohne daß sich dieWärme des Stromwassers bedeütend von derjenigen unterscheidet, welchees an seinem Ursprünge angenommen hat. Noch erstaunungswürdigerwird dieses Phänomen, wenn man mit Humboldt und Nennell erwägt,daß der am stärksten fließende Theil des Stroms den Punkt, wo seinWasser noch eine Temperatur von -j- 4°„ bis -j- S°,r über der Wärme