Band 
Erster Band.
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ja selbst fünf Jahre verflossen, ehe Flaschen gefunden wurden; da mögensie, ruft Nennell aus, den Ocean wol mehr als ein Mal durchschwöm-men haben! Wahrhaft nützlich können sie nur dann werden, wenn sieeine verhältnismäßig kurze Zeit zu ihrer Reise gebrauchten. Doch in Er-mangelung jedes andern Mittels gewähren sie eine genäherte Kenntnißvon den Meereeströmen, und darum durften diese Versuche hier nicht Über-gängen werden.

Bevor wir zu den Strömungen des Großen Oceans übergehen, wirdes nicht überflüssig sein, auch einen Blick auf die Bewegungen dieser Artzu werfen, welchen die uns benachbarten Meertheileu des AtlantischenOceans unterworfen sind.

Von der Ostsee ist bereits im Eingänge des dreizehnten Kapitels eineArt von Strömung namhaft gemacht worden, welche aus der Verschie-denheit des Luftdrucks an entgegengesetzten Küsten entsteht. Aber außerdieser, welche nur als eine periodische zu betrachten ist, waltet in derOstsee eine konstante Strömung vor, welche, von den unzähligen Flüssen,die sich in dieses Binnenmeer ergießen, veranlaßt, die Wasser, womit esstets überfüllt ist, durch den Sund und die Beste in das tiefere Niveauder Nordsee zu drängen strebt. Bei diesem allgemeinen Streben nachWesten haben die Wassermassen mit den entgegengesetzten Winden zukämpfen, die, wenn sie sehr heftig wehen, die Strömung nicht allein zuhemmen, sondern auch zurückzutreiben vermögen und dadurch im Hinter-gründe der tiefen Busen des Baltischen Meeres nicht selten eine Anhaü-fung von Wasser herbeiführen, die für Küstenstriche durch Einbruch dertobenden Wellen oft höchst verderblich geworden ist. Dieser beständigeKampf der westlichen Strömung mit dem südwestlichen Winde, dem herr-schenden auf der Ostsee, macht die Schifffahrt auf diesem Meere be-schwerlich und selbst gefahrvoll, und es ist ein größeres Wagniß vonLondon nach Petersburg, als von London nach Westindien zu segeln, jaA. von Humboldt sagt unter andern ein Mal, eine Fahrt von den Ca-uarischen Inseln nach Südamerika sei weit minder gefährlich als oft eineÜberfahrt über die Seen der Schweiz.

Die Ströme, welche allein von den Winden abhängen, sind höchstveränderlich und tauschen den Schiffer um so unerwarteter, da sie demWasser zuweilen noch mehrere Tage, nachdem die Winde schon aufgehörthaben, ihre Richtungen einprägen. Die Verhältnisse kommen in derNordsee vor, wo die Strömungen aüßerst veränderlich sind und denSchiffsführer zur größten Behutsamkeit auffordern. Im Ganzen ge-nommen aber haben sie, in Folge des vorwaltenden S.W. Winds eine