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Erster Band.
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nordöstliche Richtung. Nicht selten ist es, daß Schiffe, welche von Westenher nach Skagen segeln, 20 bis 30 geographische Meilen weniger Entfernunghaben, als wenn sie den Weg umgekehrt von Skagen nach Englandmachen. Dieses rührt von der östlichen und nordöstlichen Strömung her,welche aus dem Englischen Kanal durch den Pas de Calais nach demTexel und über das Jütländssche Riff zur Landspitze Skagen stießt, oderje nachdem sich der Wind ändert, nach der Norwegischen Küste übergeht.Die Geschwindigkeit dieser Strömung beträgt an der Jütländischen Küste,in Lat. 57° N. 2"> in 1^, ja bei starken S.S.W. Stürmen mehr als3 Meilen. Zwischen Lindesnäs und den Orkaden findet sehr haüfig eineStrömung Statt, welche ihren Lauf mit dem Winde nimmt, insbesonderewenn er aus S. oder N. weht; meistens fließt sie aber am stärksten gegenNorden. Ist der Wind von Dauer, so wächst die Schnelligkeit der Strö-mung und erreicht zuweilen, nach lange anhaltendem S.W. Wind, 2»>in der Stunde. W. und O. Wind hebt aber diese Bewegung des Wassersfast ganz auf.

Oft hat man die Bemerkung gemacht, daß Schiffe, die mit östlichenund südlichen Winden von Lindesnäs nach Fair Jsle (zwischen den Or-kaden und den Shetländischen Inseln) segelten, 15 bis 30 Meilen ge-wonnen haben, was nur von einer Strömung herrühren kann, welchenach N. und W. gerichtet ist: zwischen dem Jütländischen Riff und derKüste von Norwegen laüft die Strömung dnrchgehends nach Westen,selbst bei westlichen Winden, während der Jütländische Küftenstrom, wiebereits erwähnt wurde, ostwärts nach Skagen fließt. Mit nördlichenund nordwestlichen Winden zieht ein Strom längs der Norwegischen Küsteund über das Jütländische Riff nach Helgoland, mit einer Geschwindigkeit,welche bei starkem Winde bis aus 2-» in 1^ steigen kann. Jene be-ständige Westströmung aus dem Skagerrak ist eine nothwendige Folgeder Wassermenge, welche die Ostsee in die Nordsee ergießt, indem diesemehr empfängt, als sie durch Verdunstung einbüßt. Längs der östlichenKüste von Großbritannien laüft die Strömung nach Süden; sie kommtaus dem Atlantischen Ocean, dem allgemeinen Impulse gegen die west-lichen Küsten des Jnselreiches folgend, ziehet längs dieser in nordöstlicherRichtung und zwängt sich durch Pentlands Frith, um von da aus ihrenWeg bis zur Straße von Dover fortzusetzen, wo sie in die Strömungfällt, welche auf direktem Wege aus dem Atlantischen Ocean durch denEnglischen Kanal in die Nordsee fließt.

Die Strömungen des Mittelländischen Meeres folgen dem Impulse,welchen sie durch den Strom der Gibraltar-Straße empfangen haben,