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„Wir überstiegen zum vierten Male die hohe AndeSkette im Septem-ber 1802, als wir, Hr. Bonpland und ich, aus dem obern Lauf des Ama-zonen-Stroms unfern der Catarakten von Tomependa in der ProvinzJaen de Bracameros über das Plateau von Caxamarca uns nach Limabegaben, um dort oder im Hafeu Callao den ersten Merkurs-Durchgangdieses Jahrhunderts zu beobachten. Seit 18 Monaten von den Küstendes Atlantischen Oceans entfernt, hatte ich eine große Sehnsucht, dasStille Meer zu sehen und dort, in der südlichen Hemisphäre, die Beob-achtungen über die Meerestempcratur fortzusetzen, welche mich in der.nördlichen so lebhaft beschäftigt hatten. Auf dem majestätischen Paramode Guamani, der von der Meeresküste noch 32 deütsche Meilen entferntist, und ungefähr 2300< absolute Hohe hat, wurde die Südsee mehrgeahnet als gesehen. Aber auf dem beschwerlichen Pfade von der altenBerg- .und Inga-Stadt Caxamarca nach der neü-peruanischen KüftenftadtTruxillo erblickt man zum ersten Male deütlich das Südmeer von einerHöhe, die kaum 1700^ beträgt, westlich von dem Dorfe Guangamarca ineiner räthselhaften, auch durch ihre ungeheüre Mächtigkeit berühmt gewor-denen Flözquarz-Formation. Man steigt auf dem Rücken der Cordillerenauf- und abwärts, lange in der Hoffnung, endlich das Meer zu erblicken,getaüscht, bis man auf eine Felsmauer etwa 650 ^ über Guangamarcagelangt. Die horizontale Entfernung dieses Punktes von der Küste beträgtan 48 Bogenminuten oder 45600^, wenn ich meine kronometrischen Län-genbestimmungen zum Grunde lege. Das Littoral, die sandige, fast ganzvegetationslose, nie von Regen getränkte niedere Zone, das peruanischeCuntisuyu, erreicht man erst jenseits der Chorillos, bei dem DörfchenCascas, von Gebüschen der blattlosen Cvlletia umgeben, nahe den Ruinenvon Chimaca, Bauwerke, die nicht den Ingas, sondern dem Gran Chimbovon Mansiche ihr altes Dasein verdanken.
„Das erste Geschäft eines reisenden Physikers, wenn er nach langerAbwesenheit in Gebirgsgegenden an die Meeresküste gelangt, ist die Be-stimmung der Barometerhöbe und der Temperatur des Wassers. Ichwar mit letzterer beschäftigt in der Gegend zwischen Truxillo und Guaman,bei Callao de Lima und auf der Schifffahrt von Callao nach Guayaqnilund Acapulco in einer Strecke des Stillen Meeres von mehr als hundertdeütschen Meilen. Zu meinem größten Erstaunen fand ich das Meer ander Oberfläche unter Breiten, wo es außerhalb der Strömungen 26° bis28",; ist, bei Truxillo, Ende Septembers, 16°,«; bei Callao, Anfang No-vember, 15°,;. Die Luft-Temperatur war in der ersten Epoche I7°„, inder zweiten 22°,?, also (was wichtig zu bemerken ist) 7° wärmer als der