Band 
Erster Band.
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Ocean in der Strömung. Die Luft konnte also nicht daö Meer erkältethaben, und ohne noch eine nähere Kenntniß von dem Klima von Limaoder der Epoche zu haben, in der die „Garua" herrscht, d. h. in der dieSonne von einer Nebelschicht verschleiert ist und Monate lang eine scharf-begränzte rothgelbe mondartige Scheibe darbietet, faßte ich schon inTrurillo, bei der ersten Annäherung an die Küste, die seitdem durch vieleSeefahrer bestätigte Ansicht, daß die peruanische Strömung eine Polar-Strömung sei, welche, von hohen Breiten niedern zueilend, den Haupt-sinuositäten der Küste und N.N.W. Richtung folgt, und daß die großeTemperirtheit des peruanischen Küsten-Klima, ich kann sagen die empfind-liche Kälte, welche man mitten in den Tropen und wenige Fuß über demMeeresspiegel erhaben in der sogenannten Wüste des Baro-Peru erleidet,ihren Grund in der geringen Meereswärme und der gehemmten Wirkungder Sonnenstrahlen während der Garua (drei- oder viermonatlicher Ver-schleierung der Himmelsdecke) hat.

„So oft ich im Oktober und November die Mecrestemperatur umCalla» prüfen konnte, war sie zwischen 15 °,; und 16 °,bei Nacht kaum0°,4 kälter als bei Tage; nur einige Male sank sie auf wenige Stundenauf 15 ° und 142/4° herab, wenn (was in diesem sonst so friedfertigenTheile der Südsee karakteristisch ist und von vielen Küstenbewohnern alsFolge submariner vulkanischer Regungen betrachtet wird) bei dem heiter-sten Himmel und völliger Windstille ein ungemein hoher und hohlerWellenschlag plötzlich an der Granitküste zu branden beginnt. Wahrschein-lich hatte diese letztere Temperatur-Erniedrigung von 142/4° dieselbe Ur-sache, welche nach meinen Vorstellungen die Wasser über einer Sandbankerkältet. Bei der tiefen, vielleicht vulkanischen Aufregung des Oceansmischen sich untere Wasserschichten mit den obern, wie sie durch Stoßansteigend auf eine Sandbank, gleichsam auf das Plateau einer subma-rinischen Insel gelangen. Auf eine ähnliche Weise habe ich im mexika-nischen Meerbusen bei Vera Cruz die Meereswärme sinken sehen, ehe nochder Nordsturm selbst an der unwirthbaren Küste gefühlt ward. DiesSinken war, wie die Störnng der regelmäßigen stündlichen Barometer-Veränderungen, ein Vorbote des Sturmes (de los Nortes), der hier nichtWasser höherer Breiten herbeiführt (die Stärke der süd-nördlichen Strö-mung in der Bahama-Straße macht dies unmöglich), sondern das Meeraufwühlt und die kältern Wasser der Untiefen zwischen den Tortugas undden Mündungen des Rio del Norte und des Mississippi herbeiführt. Vonder sogenannten Erhitzung des Meeres bei heftigem Wellenschläge, welchewahrscheinlich nach theoretischen Ansichten von Reibung und Leüchten die

Bcrghaus, Bd. I. 37