Sechszehntes Kapitel
Oceanische Straßen für den Welthandel. Verbindungen zwischen Europa und Nordamerikaund Westindien. Desgleichen zwischen Europa, Südamerika und dem Vorgebirge der gutenHoffnung. Wege durch das indische Meer nach Indien »nd Ehina. Handelsstraße» durchden großen Ocean. Nachweisung der Zeit, welche auf eine viermalige Erdumschiffung Sei-tens der preußischen Flagge verwendet worden. Reise um die Welt des preußischen Seehand-lungsschiffs Prinzeß Loiiise in den Jahre» 183L —34.
Der Ocean ist das trennende Glied der Festländer der Erde, es istaber auch das verbindende. Die Bewohner entgegengesetzter Hemisphärenund Zonen gelangen auf dem Nucken des Weltmeeres, von einem gebrech-lichen Fahrzeuge getragen, zu einander. In dem Ocean laufen diegroßen Handelswege, auf welchen der Verkehr der fernsten Völker Stattfindet. Will ein Reisender aus Europa nach Ostindien, so erreicht erdas Ziel auf dem Seewege in kürzerer Zeit und mit verhältnißmäßiggeringeren Gefahren, als auf dem Landwege. Auf diesem hat er him-melhohe Berge zu übersteigen und den Durchgang durch das Gebietfeindlich gesinnter Völkerschaften gleichsam zu erschleichen; auf jenemtrifft er nur Wasserberge von höchstens fünfzig Fuß Höhe; und oft istdie See wie ein Spiegel, auf dem man außer der unbedeütenden Furche,welche das Schiff zurückläßt, auch nicht die isanfteste Bewegung bemerkt;dabei blickt der Schiffende frei um sich her, sicher vor Gefahren, welcheder Mensch ihm bereiten könnte, und nur in einzelnen Fällen und ineinzelnen Gegenden der Erde muß er auf der Huth sein, dem Korsarendie Stirn zubieten. Ein Transport Handelsgüter, aus dem Orientnach dem Okzident zu Lande geführt, würde Kosten verursachen, welcbeum das zwanzig-, ja dreißigfache größer wären, als der Transport zur