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See verursacht. Der Verkehr zwischen der Alten und der Neuen Weltkann nur zur See bewerkstelligt werden; man muß das breite Thal desAtlantischen Oceans durchschneiden, um von Eüropa nach Amerika zukommen.
Die großen Handelsstraßen in den Oceanen hangen von den Win-den und den Strömungen ab. Die Gesetze, welchen diese Bewegungender elastisch- und tropfbar-flüssigen Erdhülle unterworfen sind, werdendaher auch die herrschenden für die Seewege sein. Wie groß der Einflußder Meeresströme auf die Schifffahrt sei, erhellet aus der Thatsache,welche Kapt. Sabine anführt, der auf seiner Fahrt von Sierra Leonenach New-York fast den vierten Theil des Weges mit Hülfe der Strö-mungen zurücklegte: von 2250 deütschen Meilen, welche er durchschiffte,war sein Schiff 400 deütsche Meilen weit von den Meeresströmen bewegtworden.
Die Verbindung zwischen Eüropa und den Häfen der nordamerika-nischen Ostküfte kann auf zwei Linien bewerkstelligt werden. Wehenauf dem Nordatlantischen Ocean außerhalb der Passatzone nordöstlicheund östliche Winde von längerer Dauer, so schifft man quer über denOcean nördlich von den Azoren. Auf diesem Wege erreicht man vonder Elbmündung aus den Hafen New-York, unter günstigen Verhält-nissen , in 50 Tagen; sind die Luftströmungen sehr günstig und verweilensie anhaltend in der östlichen Weltgegend, so kann die Reise in 4VTagen zurückgelegt werden; wobei es vorzüglich darauf ankommt, denEnglischen Kanal mit frischem Winde rasch zu durchsegeln. Es sindFälle bekannt, daß ein Schiff von Kuxhafen aus in 80 Stunden denAtlantischen Ocean jenseits der Scilly-Jnseln erreichte; während auch dieBeispiele nicht zu den seltenen gehören, daß ganze Handelsflotten Wochenlang im Kanale von widrigen Winden aufgehalten wurden. Eine Fahrtvon etwa 30 Tagen gehört zu den außerordentlich schnellen Reisen. DasBremer Schiff Charlotte, Kapt. I. Kühlke, am 1. Mai 1836 von derWeser abgefertigt, langte am 2. Juni im Hafen von New-York an;ein Schiff gleiches Namens, Kapt. Hohorst, am 3. Mai von der Weserunter Segel gegangen, ging am 31. Mai bei New-York vor Anker;das Schiff Alexander, Kapt. Marcussen, lief am 6. Mai von der Weserund war am 2. Juni in demselben Hasen Nordamerikas; endlich dasBremer Fregattschiff Clementine, Kapt. Gesselmann, traf nach einerReise von 29 Tagen auf der Rhede von Baltimore an. Dies sind bei-spiellos schnelle Fahrten.
Ein gut segelndes Schiff kann bei frischem Winde SO deütsche Mei-