416
CLASSIS V. SPECIES.
Auch gehen sie mit Rum einen vortrefflichen Ratafia , der bei Wasser-sucht und Steinschmerzen empfohlen wird. Die jungen Blätter gebendem Branntwein einen empfehlenden Geschmack und Farbe. Die ab-gebrüheten und wieder getrockneten Blätter geben einen sehr wohl-schmeckenden Tliee, der bei Gichtschmerzen empfohlen wird. In Eng-land giebt man dem Biere durch die Knospen einen angenehmen Ge-schmack. In den Apotheken führt man: Ribium nigrorum folia, sti-pites, baccae. — R floridnm kann eben so benutzt werden.— Diegemeine und wilde Stachelbeere gewähren gleichen Nutzen; beide wer-den roh, geschmort und eingemacht genossen; beide geben einen gutenWein ; beide dichte Hecken. — Die Vermehrung aller angeführten Ar-ten geschieht am leichtesten durch Wurzelbrut, Ableger und Stecklinge.
Hedera, Epheu.
1106. II. Helix L. foliis quinquaiigiilaribus quinque-'*lobisque: floralibus rliombeis arutis, umbella erecla. Engl.
b. 1267. El. dan. 1027. Scaii. t. 49. Gujmp. t 25.
Gemeiner E. tj. 9. Er rankt auf der Erde hin, und auch auf Bäu-men und Mauern erklimmt cp mit seinen hakenförmigen Wurzeln ofteine Höhe von 40 — SO Fuss, und erlangt eine Dicke von 6 — 8 Zoll.Die abwechselnden Blätter stehen auf rothen Stielen; sie sind nach Ver-schiedenheit des Alters verschieden, eben glänzend, dunkelgrün und mitweisslichen Adern durchzogen. Die Blüthen riechen unangenehm, undman findet sie nur an sehr alten, hohen Stämmen, an den Spitzen derZweige ln einfachen, gestielten Schirmen. Die gelbgrünlichen Kronen-blätter haben zurückgebogene Spitzen. Die herzförmigen Staubbeutelsind gelb. Die reife Beere ist blauschwarz, fünfeckig, genabelt undenthält ein grünes Fleisch mit 5- (1 — 2-) kantigen Körnern. In Wäl-dern an Bäumen, an Mauern in ganz Deutschland. Ein Stamm von un-gewöhnlicher Dicke findet sich in dem Hain in der Nähe der gräf-lichen Wirthschaftsgebäude zu W'andsbeck, andere am Dom in Erfurt.
Au« dem schwammigen Holze dieses Strauches drechselt man Fil-trirbecher, die schon den Griechen bekannt waren. Es besitzt säugendeKraft, und man macht kleine Kugeln daraus, um damit Fontanelleoffen zu erhalten. Im südlichen Europa gewinnt man durch Einschnittedas Epheugummi (Gummi Hederae), das einen gewürzhaften Geschmackund beim Verbrennen einen starken Geruch hat. Die jungen Blätterund Zweige enthalten Gerbestoff und färben die Wolle gelbbraun. Diein starkem Bier bis zur Hälfte eingekochten Blätter befördern das Lam-men der Schafe. Mit den frischen Blättern reinigt man alte Schäden;sie befördern die Heilung des Grindes; vertreiben bei Kindern das Un-