ROEMISCHE ORNAMENTE.
das zurückgebogene Blatt am Verbindungspunkt zweier Stämme ganz verschwunden ist, wo aber der unun-terbrochene Stamm noch nicht ganz so entwickelt ist, wie er im schmalen Rand oben und unten erscheint.Dieses Principium wurde ganz allgemein in den illuminirten Manuscripten des eilften, zwölften und drei-zehnten Jahrhunderts, und diente als Grundlage zum früh-gothiscben Laubwerk.
Die Bruchstücke vom Museo Bresciano, Tafel XXVII., sind zierlicher als die von der Villa Medici, dieBlätter sind schärfer ausgeprägt und von einer mehr conventionellen Behandlung. Der Fries vom Bogender Goldschmiede hingegen ist, aus dem entgegengesetzten Grunde, mangelhaft.
Wir haben es nicht für nötlxig erachtet, in dieser Serie einige von den gemalten Verzierungen zu geben,
von denen sich manche Reste in den römischen Bädern befinden. Denn erstens standen uns keine zuverläs-
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sigen Materialien zu Gebot; überdiess sind sie denen von Pompeji ganz ähnlich, und zeigen vielmehr wasman vermeiden, als was man befolgen sollte. Deshalb schien es uns hinlänglich zwei Gegenstände vomForum des Trajan darzustellen, deren in Schnörkel ausgehende Figuren als die Grundlage dieses, in denrömischen gemalten Decorationen so hervorragenden Charakterzuges betrachtet werden können.
Der Acinthus, vollständige Grosse, nach einer Photographie.