ARABISCHE ORNAMENTE.
ersten Blick, und doch stehen dieselben den zur selben Epoche gehörigen Verzierungen des Alhambrabedeutend nach. Die Araber haben, in der Vollkommenheit der Masseneintheilung und in der Schmückungder Oberflächen der Ornamente, es nie so weit gebracht als die Mauren , die sich darin besonders auszeich-neten. Derselbe Instinkt liegt beiden zu Grunde, aber die Durchführung ist bei den Arabern bei weitemnicht so gut. In den maurischen Ornamenten ist das Verhältniss der Flächenräume der Verzierungenimmer im vollkommensten Ebenmass mit der Grundfläche; man sieht weder Lücken noch Löcher. In derAusschmückung der Oberflächen des Ornaments entwickelten die Mauren ebenfalls eine überlegene Fähig-keit, und sie verstanden es besser die Einförmigkeit zu vermeiden. Um den Unterschied deutlich darzuthun,wiederholen wir hier das Muster No. 12, Tafel XXXIII., und, zum Vergleich mit demselben, geben wirzwei Varietäten bunter Rautenmuster vom Alhambra.
Arabisch. Maurisch. Maurisch.
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Es findet sich in der maurischen Schmückungsweise der Oberflächen noch eine andere Eigenheit,nämlich, dass die Muster oft auf zwei, und zuweilen auf drei Ebenen gezeichnet waren, indem die Orna-mente der oberen Ebene kühn und frei über die Masse hin vertheilt wurden, während die der zweitenEbene sich mit den Verzierungen der ersten verwebten, und zugleich die Oberfläche auf der tiefem Flächeschmückten. In Folge dieser sinnreichen Einrichtung behält ein Omament, aus der Ferne betrachtet, dieganze Fülle des Effects, während man, bei näherer Besichtigung desselben, die herrlichsten und sinnreichstenVerzierungen gewahr wird. Im Allgemeinen, zeigte sich in der maurischen Behandlung der Oberflächen einegrössere Mannichfaltigkeit; die Federverzierung, die einen so hervorragenden Zug in den Ornamenten derTafeln XXXII. und XXXIII. bildet, war mit schlichten Oberflächen untermischt, wie man Tafel XXXII.,No. 17, 18, und 32, sehen kann. Das Ornament No. 13, Tafel XXXIII., ist eine durchbrochene Metall-arbeit und kommt der Vollkommenheit in der Masseneintheilung der maurischen Formen sehr nahe; es offen-bart sich darin die verhältnissmässige Abnahme der Formen gegen den Mittelpunkt des Musters hin, wie auchjenes feste, von den Mauren nie übertretene Gesetz, dass jedes Ornament, so fern es auch sei und so verwickeltauch das Muster sein möge, immer zu seinem Zweig und seiner Wurzel zurückgeführt werden kann.
Der Hauptunterschied zwischen dem arabischen und maurischen Styl lässt sich in kurzen Worten zu-sammen fassen: die constructiven Theile der arabischen Kunst sind grossartiger, während die der Mauren einen höhern Grad der Verfeinerung und der Zierlichkeit besitzen.
Die ausgezeichnet schönen Ornamente der Tafel XXXIV., aus einem Exemplar des Koran , liefern unseinen vollkommenen Begriff der decorativen Kunst der Araber. Wären die Blumen nicht ins Muster aufge-
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