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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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Lissabon, und Portugals Bewohner.

Personen aller Länder, und selbst große Mächte, unter denen besondersGroßbritannien sich auszeichnete, leisteten thätige Hilfe. So erhobsich nach einigen Jahren Lissabon, vortheilhaft geändert, an man-chen Stellen mit königlicher Pracht aus dem Schütte. Pombalsunermüdlicher Geist arbeitete zugleich mit rastloser Thätigkeit undunerschütterlicher Beharrlichkeit daran, Künste und Wissenschaften,welche bisher in Portugal fremd waren, zu verbreiten. Die Geist-lichkeit und der Adel, auf Pombals stets zunehmende Macht eifer-süchtig, und erbittert über den Verlust einiger Vorrechte und Ein-künfte, stemmten sich ihm vereint entgegen. Für Pombnl aber, der nichtnur seines Königs volles Vertrauen, sonder» auch dessen Macht be-saß, gab es kein Hinderniß. Er lösete die furchtbare Inquisitionauf, versagte die Jesuiten, und zwang den Adel, vor ihm zu zittern.Das Heer war gänzlich entartet; er berief den berühmten General,Fürsten von der Lippe, und im bald darauf folgenden Kriege mitSpanien siegte dieser ruhmvoll. Vor Pombal gab es im Landeweder Sicherheit noch Justiz mehr; er stellte die erste her, undhandhabte die letzte mit furchtbarem Ernste. Das damals nnmäch-tige Portugal nahm durch seine Staatsklngheit bald wieder die alteStelle ein. Es wurde aber dem großen Manne, wie so vielen sei-nes Gleichen, in dem Lande, in welchem er wirkte, keine Anerken-nung seiner Verdienste. Er opferte das Beste des Einzelnen demallgemeinen Besten, handelte mehr für Zukunft, als Gegenwart,bediente sich zuweilen harter Mittel, um sein Ziel zu erreichen, underlangte nicht immer das beabsichtigte Gute, weil er oft seiner Un-geduld allein folgte. Als sein einziger Freund, der König, starb,hörte seine Macht auf. Der neuen Beherrscherin» erste Handlungwar, den großen Mann auf seine Güter zu verweisen, und seine vor-trefflichen Verordnungen zu widerrufen. Erst später würde derenNützlichkeit sich gezeigt haben. Sie verschwendete Millionen, umeinigen Nonnen enge Zellen zu bauen, und Lissabons zahlreicheKirchen zu vermehren. Pombal, von Europa bewundert, von denVerwünschungen seiner undankbaren Mitbürger begleitet, verließ mitder Ruhe des Weisen den Schauplatz seines Ruhms. Wohl mochtees ihn schmerzen, als die herrliche» Anstalten, welche er zum dau-ernden Wohle des Landes gegründet hatte, mit frevelnder Hand vonseinen Feinden zerstört wurden. Als man ihm erzählte, der Pöbel