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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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Lissabon, und Portugals Bewohner.

^stabons habe sein Brustbild, welches um Fußgestelle vom Stand-bildc seines Königs angebracht war, weggerissen, erwiederte erlächelnd:Ich danke ihnen dafür, denn es sah mir gar nichtähnlich."

Jedes gebildete Volk wurde Pombals Andenken durch ein Denk-mal verewigt haben. In Portugal bedurfte er keines, denn am Aus-lässe des Tajos erhebt sich majestätisch über die Fluten, des Landeswieder erbaute Hauptstadt L i s b o a.

Auf den meisten freien Plätzen der Stadt sind Brunnen mitlaufendem Wasser errichtet, welche wesentlich zur Verschönerung bei-tragen würden, wenn sie nicht beständig von ekelhaften Bettlern um-geben wären, die wahrscheinlich zuweilen ihre Lumpe» daselbst wa-schen; wenigstens sah v. W. dieselben öfters zum Trocknen auf denStufen der Brunnen und den sie umgebenden Geländern ausgebrei-tet. Da sich in keinem Hause Wasser befindet, so müßt« dieses,wie an vielen andern Orten, durch die Dienstboten an den öffentlichenBrunnen geholt werden, wozu sich aber die Trägheit der Lissabonernicht entschließen konnte. Die armen, aber arbeitsamen, Bewohnerder benachbarten spanischen Provinz Galizien kamen daher zuerst zuHunderten hierher, und trugen in kleinen Fässern, für geringenLohn, Wasser in die Häuser; allmählig machten sie ein Monopoldaraus, und jetzt würden sie es nicht mehr gutwillig zugeben, daßirgend jemand, der nicht zu ihrer Zunft gehörte, Wasser am Brun-nen holte. Vierzig Tausend dieser Galegos (Galizier) ernährensich gegenwärtig allein in Lissabon, theils mit dem Verkaufe desWassers, theils als Aushelfer zu allen mögliche» Dienstverrichtinigenin den Häusern, o'er erwarten, in den Straßen stehend, die Auf-träge der Vorübergehenden. Diese thätigen Menschen sind dem Por-tugiesen durchaus unentbehrlich geworden, und sie wußten auch dar-aus den Vortheil zu ziehen, daß sie durchaus keine Abgabe geben.Ihre Ehrlichkeit ist sehr groß, und ein Diebstahl, von einem Galegobegangen, ist etwas Unerhörtes. Man ist überzeugt, daß sie untereinander wachsam sind, diesen Ruf zu erhalten, und daß Mancher,n»f welchen gegründeter Verdacht der Veruntreuung haftete, durchst« selbst die verdiente Strafe erhielt. Von vielen Beispielen eines r

Ein Kaufmann hatte einen, ihm ganz fremden, Galego herbei-gerufen, und ihm einen Sack mit Geld aufgeladen, welchen er nach