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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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Lissabon, und Portugals Bewohner.

einem Schiffe bringen wollte. Auf dem Wege nach dem Strandeverloren sie sich im großen Gedränge der Menschen auS dem Gesicht,und der Kaufmann durcheilte vergebens die Menge In allen Dichtun-gen, ohne seinen Lastträger mehr zu finden. Dieser hatte, mit der-selben Aengstli'chkeit, nach dem Herrn gesucht; als ihm aber dasGeld zu schwer wurde, ging er damit nach dem Handelsplätze, weil,»ach seiner Meinung, der Kaufmann zuverlässig dorthin kommen müß-te, und fest entschlossen, ihn daselbst zu erwarten, setzte er unfernder Börse den Geldsack auf die Erde, und sich darauf. Der Tagneigte sich bereits zum Ende, und noch saß der wackere Galego aufderselben Stelle, als endlich der Kaufmann, der seine Zeit mit un-nützen Nachforschungen zugebracht hatte, nach der Börse eilte, wo-hin ihn dringende Geschäfte riefen. Er sah und erkannte den Ga-lego, welcher ihm mit unverstellter Freude folgte, und das anver-traute Gut »ach seinem Hause brachte. Der nicht minder wackereKaufmann begnügte sich nicht, den ehrlichen Galizier mit ein PaarCrnsados abzulohnen, sondern behielt ihn in seinem Hause, schenkteihm sein volles Zutrauen, und als nach einigen Jahren sein Schütz-ling nach der Heimat zurück zu kehren wünschte, unterstützte erihn so großmüthig, daß er, überdieß vom Glücke begünstigt, baldunter die wohlhabendsten Bürger der Provinz gerechnet wurde.

Das Trachten aller dieser arbeitsamen, und höchst sparsamen,Fremdlinge geht überhaupt nur dahin, nach einigen Jahren mit ei-nem kleinen Kapitale zu ihren Familien zurück zu kehren, und sichdort häuslich nieder zu lassen. Da sie, im Besitze des vollen Ver-trauens der Portugiesen, in allen Häusern Zutritt haben, so gelangtdurch sie gar manches zärtliche Briefchen, oder mancher vielsagend«Blumenstrauß an seine Bestimmung, und der Lohn des Gebers undEmpfängers fällt dafür größer aus, als wenn der willkommene Boteihnen ein Fäßchen Wasser gebracht hätte. Welch' nahmhafte Summedurch diese Leute aus Portugal nach Spanien gebracht wird, fälltwohl Jedem selbst auf, und dieser Kanal kann wohl nicht andersverstopft werden, als wenn die Portugiesen durch Elend und Man-gel dahin gebracht würden, selbst zu arbeiten.

Die in Lissabon wohnenden Engländer haben außerordentlicheVorrechte. Sie sind den Gesetzen des Landes nicht unterworfen,und haben ihre eigene Gerichtsbarkeit. Auch erhielten sie schon