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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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151
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Lissabon, lind Portugals Bewohner. 151

lange die Vergünstigung, ihre Todten auf einem eigenen Kirchhofeju beerdigen. Dieser ist auf einer westlichen Anhöhe Lissabons an»ßelegt, und von einer Mauer umgeben. Mehr« Reihen hoher Zi-l'resseu entsprechen der Bestimmung des Ortes auf's Treffendste. AmEingänge des Kirchhofes befindet sich ein freundliches Krankenhaus,bas für die eingerichtet ist, die es vorziehen, ihre Genesung daselbstabzuwarten. Ein engländischer Arzt und ein Geistlicher bewohnendasselbe. In der Mitte des Kirchhofes ist ein« klein« Kapelle, inwelcher die Todten einige Zeit beigesetzt werden. Die Gräber findwit einfachen Denkmälern geziert, die Aufschriften manchmal ein bis-chen kaufmännisch. Wollte man von den Gräbern auf die Zahl derhier wohnenden Engländer schließen, so müßte dieselbe sehr beträcht-lich sein. Aber die Aerzte in England schicken häufig ihre Kranken»ach Lissabon, um der reinen Luft dieser Gegend die Heilung der-selben zu überlassen. Leider setzt der Saft der Trauben von Oporto,dessen etwas zu häufiger Genuß den meisten übel bekam, und wel-chen, an seiner Quell« zu kosten, sie nicht unterlassen können, seineZerstörungen fort, und bereitet Manchem ein frühes Grab. DieSüdwestseite dieser Anhöhe erhielt den spanischen Name» Buenosapres, wegen der reinen Luft, die man hier einathmet. Vielefreundliche Häuser sind dort erbaut, und werden größtentheils vonAusländern bewohnt.

Auf dem Wege bemerkte v. W. viele Landleute, die mit ihrenKühen zur Stadt kamen, und mit lauter Stimme ihre Ankunft ver-kündeten. Sobald ihnen jemand zurief, hielten sie an, und melktenin das dargereichte Gefäß soviel, als verlangt wurde. So ist Lis-sabon vielleicht die einzige große Stadt, in der man die Milch ganzächt erhalten kann.

Wenn man, statt an dem königlichen Pallaste Nezessidades vor-über zu gehen, die Straß-, welche an St. Rogue und den Ruinender Schatzkammer vorbei führt, wählt, so kommt man nach derkraaa <Ias amereiraz, der Maulbecrbäume wegen also benannt, welch«Pombal daselbst pflanzen ließ, als er zu gleicher Zeit ähnliche Anla-gen im ganzen Lande befahl, weil er wünscht«, daß die dem Frauen-zimmer Portugals so unentbehrliche Seide im Lande erzeugt undverarbeitet werde. Er hatte zu dem Zwecke auf dem erwähntenPlatze eine Seidenfabrik und Sammetweberei angelegt, von reinli-