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Lissabon, und Portugals Bewohner.
chen Wohnungen für die Arbeiter umgeben. Aber kaum hotte dieKabale den Freund des Vaterlandes rvn den Geschäften entfernt,als man sich beeilte, neben so vielen seiner wohlthätigen Schöpfun-gen, auch diese sich selbst zu überlassen. Fabrik und Bäume sind da-her längst eingegangen. Auf dem Lande wurden sogar Maulbeer-bäume, welche bereits vorzüglich gediehen, an manchen Orten ganzumgehauen. An einer Ecke des Platzes ist ein großes und äußerstmassives Gebäude aufgeführt, welches der Wasserleitung als Behäl-ter dient, und wo eine große Wassermasse gesammelt werden kann.Hier befinden sich auch die verschiedenen Stuben, um das Wassernach den öffentlichen Brunnen und Gebäuden zu leiten. Bald dar-auf verläßt man die Stadt, und erblickt, nach kurzer Wanderung,dle berühmte Wasserleitung.
Zwei, einander gegenüber stehende, durch ein tiefes Thal ge-trennte, Berge werden durch ein Mauerwerk, das aus sünfunddreißigBogen besteht, verbunden. Ueber dies« geht ein gewölbter Gang,welcher fünf Fuß breit und zweitausend vierhundert Fuß lang ist.Das Wasser, welches vier Meilen weit herbei geführt wird, ergießtsicb in zwei halbzirkelförmige Kanäle, deren jeder dreizehn Zoll imDurchmesser hält, und mittelst welchen das Wasser in die Stadt ge-leitet wird. Zwischen diesen Kanälen ist ein hinreichender Raum fürdie Leute gelassen, welche zur Aufrechthaltung der Reinlichkeit ange-stellt sind. In mäßigen Entfernungen sind Thürmchen angebracht,welche dazu dienen, dem Wasser Licht und Luft zuzuführen. An derStelle, wo das Thal am tiefsten ist, hat der Bogen, vom Bodenbis zur Gallerie, eine Höhe von zweihundert und sechzig Fuß. DieBreit« d«s Hauptbogens beträgt einhundert und sieben Fuß, dieBreite der Pfeiler an demselben 28 Fuß und die Dicke jedes Pfei-lers 2Z Fuß. Vom Hauptbogen an gerechnet, nehmen die übrigenBogen, nach dem Verhältnisse, nach welchem die Höhe der Pfeilerabnimmt, auch an Breite ab.
Wenn man gerade über dem Hauptbogen steht, hat man eineüberraschende Aussicbt, besonders nach dem Thals von Alcantara, wodie reichen Portugiesen ihre Landhäuser haben. Lange auf dieserStecke zu verweilen, ist nicht Jedem möglich, da hier oben die Luftso stark weht, daß man sie gleichsam im Marke der Knochen zu spü-ren glaubt. So herrlich die Aussicht nach der Ostseite der Wasser-