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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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Die Pampa- und ihre Bewohner.

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Sobald die Cigarre geraucht war, erhob sich Don Pablo, undverließ die Hütte. Gleich darauf horten wir ihn fortreiten. DieDame Donna Maria beehrte mich nun mit einigen Fragen. Auchdie beiden Kinder hatten sich indessen genähert, und stellten, ohne vieleUmstände, eine genaue Untersuchung meiner Person an, welch« michin die Lange etwas belästigt haben würde. Zum Glücke trat, nichtlange nachher, Don Pablo ein, brachte die Hälfte eines Schafes mitsich, steckte sie an einen hölzernen Bratspieß, legte diesen auf zweigabelförmige Hölzer, welche in der Erde befestigt waren, und befahlden lieben Kindern, denselben fleißig umzudrehen. Er selbst warf ei-nige Knochen in die glühenden Kohlen, welche alsbald einen Dampfverbreiteten, der mich zu ersticken drohte. Als das Fleisch halb ge-braten war, schnitt jeder der Anwesenden ein Stück herunter, wel-ches ohne Salz verzehrt wurde. Bei dieser Gelegenheit fragte ichDon Pablo, ob er nicht zuweilen nach Salz, Brod und grünen Ge-müsen Verlangen trage. Er betheuerte, daß er sich erinnere, vorvielen Jahren in Buenos Ayres Brod gegessen, es aber nicht beson-ders wohlschmeckend gefunden zu haben. Salz erkannte er für eineangenehme und gesunde Würze, bewies mir aber zugleich, wie schmie-rig es für die Bewohner der Pampas sei, dasselbe aus großer Ent-fernung zu beziehen, oder es in größerer Menge aufzubewahren.Gemüse nannte er Kuhfutter, und sprach mit sichtbarem Ekel vonder bei den Spaniern üblichen Zubereitung der Speisen mit Del.Unterdessen hatte Donna Maria in dem erwähnten, kupfernen Kesselden beliebten Mattechitta (der Name für den Paraguaythee) zuberei-tet. Dieses wichtige Handelsprodukt, von dem Paraguav, vor derRevolution, alljährlich über 60.000 Zentner ausführte, verdient,daß wir einen Augenblick dabei verweilen. Der sogenannte Para-guavthee ist das Blatt eines Baumes, welcher auf dem ungeheuernLandstriche dieses Namens wild, und in Menge, wächst. Da, woman die Blätter desselben ärntet, verwandelt er sich in einen Strauch,weil seine zarte» Zweige alle drei Jahre ausgeschnitten werden. Umdie Blätter, welche länglich, 4 bis 5 Zoll lang, halb so breit, dick,gezähnt, und auf der obern Seite von einem glänzenden Grün sind,zum Gebrauche vorzubereiten, wird der Zweig, nebst den Blättern,durch die Flamm« gezogen, damit sie etwas abgetrocknet und welkwerden. Hierauf werden sie förmlich geröstet, und merklich, jedoch

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